Wildkatzen hautnah erleben – Wildkatzendorf in Hütscheroda

Das Wildkatzendorf Hütscheroda Besucherparkplatz3[DISPLAY_ACURAX_ICONS]

Das Wildkatzendorf stand schon lange auf meiner Liste „Sachen, die ich in Thüringen unbedingt sehen will“ – die scheuen Wildkatzen hautnah zu beobachten klingt doch toll. Und so haben wir uns endlich aufgemacht und sind nach Hütscheroda gefahren.

Anfahrt und Parken

Zwischen Bad Langensalza und Eisenach liegt der kleine Ort Hütscheroda. Von der B84 kommend folgt ihr einer engen Landstraße, schon bald ist der Parkplatz des Katzendorfes ausgeschildert. Dieser ist kostenlos und bietet auch genug Platz, ist aber noch ein Stück vom Katzendorf entfernt. Von diesem Parkplatz lauft ihr gut 500 Meter bis zur Wildkatzenscheune, hier befindet sich die Kasse und eine kleine Ausstellung. Leider gibt es am Weg keinen befestigten Gehweg und so würde ich die Strecke vor allem Familien mit Kindern oder Kinderwagen nicht empfehlen. Auch wer nicht mehr gut zu Fuß ist sollte lieber bis nach Hütscheroda rein fahren, hier könnt ihr ebenfalls kostenlos direkt vor der Wildkatzenscheune parken.

Parken direkt vorm Eingang in Hütscheroda

Eintrittspreise Wildkatzendorf

In der Wildkatzenscheune befindet sich die Kasse. Der Eintritt kosten 5,50€ pro Erwachsenen, ermäßigten Eintritt von 5,00€ bekommen Schüler, Studenten, Auszubildende und Behinderte jeweils mit Ausweis, Kinder unter 6 Jahre kommen vollkommen kostenlos zu den Wildkatzen. Für Familien die in Thüringen wohnen empfiehlt sich eine Familien Jahreskarte, für 30€ haben zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder ein ganzen Jahr lang Eintritt zum Wildkatzendorf. Wer wirklich als sechs-köpfige Familie unterwegs ist und die Kinder älter sind als 6 Jahre, hat die Jahreskarte bereits beim ersten Besuch finanziert!

Der Besuch im Wildkatzendorf

Die Wildkatzenscheune

Die Wildkatzenscheune enthält neben der Kasse auch ein kleines Museum mit vielen Informationen zum Nationalpark Hainich und dem Leben der Wildkatzen. Die Mitarbeiterin von der Kasse führt die Besucher gern herum und gibt viele zusätzliche Hinweise und Infos. Insgesamt kann ich die Betreuung des Personals nur loben, äußerst nett, zuvorkommend und hilfsbereit. Auch was das kleine Museum angeht muss ich sagen: ganz toll umgesetzt!
Das Innere des Fachwerkhauses ist einem Wald nachempfunden, und liebevoll gestaltet finden sich hier vor allem für Kinder aufgearbeitete Informationen rund um den Wald als Lebensraum. Mit der Stichsäge ausgearbeitete Bäume mit Blätterwerk zeigen den Lebensraum der Wildkatzen im Hainich, in einem kleinen Kino kann man sich einen Dokufilm anschauen und entlang einer kreisrunden Ausstellungsfläche lernen die Besucher allerhand Bewohner des Waldes kennen.

nachgebildeter Wald in Wildkatzenscheune, Hütscheroda

Die Ausstellung in der Wildkatzenscheune ist liebevoll gestaltet und zeigt den Lebensraum der Katzen.

Bewohner des Waldes kennenlernen

Hier können Kinder die Bewohner des Waldes kennenlernen.

Von der Scheune muss man noch gut 400 Meter laufen um zum Katzen-Gehege zu gelangen, folgt einfach den Katzen-Tapsen auf dem Boden. Kleiner Tipp für alle, die nicht gut zu Fuß sind: einfach an der Kasse nachfragen, dann bekommt ihr einen Chip, der die Schranke öffnet und könnt bis zum Katzengehege fahren. Allerdings müsst ihr für den Chip einen Pfand hinterlassen.

Die Katzenlichtung

Katzengehege hütscheroda Thüringen

Am Gehege, der sogenannten Schauanlage „Katzenlichtung“, kann man nun die wilden Samtpfoten beobachten. Wenn man sie findet. Die drei Gehege waren auf den ersten Blick leer. So konnten wir zunächst nur die abwechslungsreich gestaltete Anlage bewundern. Erst nach einigem Suchen konnte ich die erste Wildkatze entdecken – schlafend in ihrer Hütte. Zunächst waren wir etwas enttäuscht, immerhin können wir schlafende Katzen den ganzen Tag zuhause beobachten ohne Eintritt dafür zu bezahlen. Aber uns ist klar, dass Wildkatzen nicht dafür da sind um uns zu unterhalten, also haben wir den interessanten Erzählungen des Mitarbeiters gelauscht und zum Beispiel folgende Informationen zur Hainich-Wildkatze bekommen.

Fakten zu den Hainicher Wildkatzen

Im Nationalpark Hainich leben nachgewiesener Weise 31 Wildkatzen, die Gesamtbevölkerung wird aber auf circa 50 geschätzt. Da eine Wildkatze zwischen 2 und 5 Km² als Revier für sich beansprucht, ist der Hainich quasi voll. Das ist auch der Grund, warum im Wildkatzendorf nur männliche Katzen leben, um Nachwuchs zu vermeiden. Früher wurde der Nachwuchs ausgewildert oder an andere Gehege abgegeben. Da aber gesetzlich lediglich 20 Quadratmeter Gehege pro Katze vorgeschrieben sind, möchten die Verantwortlichen die Wildkatzen Babys nicht an diese fremden Mini-Gehege abgeben, im Wildkatzendorf haben die Tiere immerhin zwischen 140 Quadratmeter und über 300 Quadratmeter für sich. In jedem Gehege befinden sich zwei Wildkatzen, Brüder um genau zu sein, wären die beiden nicht verwandt gäbe es böse Revier-Kämpfe.
Eine Wildkatze in freier Wildbahn frisst ungefähr 15 Mäuse pro Tag – im Wildkatzendorf bekommt jede Katze täglich 500 Gramm Fleisch zu fressen. In einem Wurf gibt es normalerweise zwischen 2 und 4 Katzenbabys. Auch wenn die kleinen Wildkatzen von ihrer Mutter versorgt werden, sterben ungefähr 70% der Babys. Rechnet euch mal aus, wie viele Mäuse eine Katzenmutter pro tag erbeuten muss, um sich und ihre Babys am Leben zu halten, und der Katzen-Papa beteiligt sich quasi gar nicht an der Verpflegung der Kleinen.
Soweit zu den Hard-Fakts zum Leben der Wildkatzen, ich hoffe ich habe alle korrekt widergegeben.

Wildkatze im Gehege

Kurz bevor wir uns auf den Rückweg machen wollten, ist dann doch eine Katze aufgewacht und herum stolziert, seine fünf Kollegen haben lieber weiter geschlafen. Aber so hatten wir die Möglichkeit uns die Wildkatze mal genauer zu besehen und ich war überrascht, dass sie gar nicht so groß sind wie gedacht. Eine Wildkatze wiegt zwischen 5 und 7 Kilogramm, ist größer als eine normale Hauskatze, aber nicht viel größer. Die Tiere sind deutlich schlanker und muskulöser als ihre zahmen Gefährten. Auffällig ist der dicke buschige Schwanz mit schwarzen Ringeln und dass leicht ruppige Fell. Eigentlich sah der Kater genauso aus wie mein Kater Zuhause, obwohl man dazu sagen muss, dass meiner wahrscheinlich zur Hälfte Wildkatze ist, also sozusagen Artverwandt.

Damit sich der Trip zum Wildkatzendorf richtig lohnt und ihr die Katzen genauer in Augenschein nehmen könnt, solltet ihr auf jeden Fall zur Fütterung der Katzen kommen. Dann sind sie hell wach und man kann sie laut Aussage des Pflegers in Aktion erleben. Die Fütterungen variieren zeitlich jeden Tag, deswegen solltet ihr euch vorher auf der Webseite des Wildkatzendorfs erkundigen.
Da der Besuch im Wildkatzendorf nur circa 1,5 Stunden in Anspruch nimmt (wenn man sich wirklich gründlich umschaut), solltet ihr den Ausflug erweitern und den Wildkatzen-Pfad erwandern. Dieser 7 Kilometer lange Rundwanderweg führt euch in den Lebensraum der wilden Katzen und ihr könnt den Nationalpark Hainich erkunden. Am Aussichtspunkt „Hainich-Blick“ habt ihr einen tollen Überblick über das UNESCO Weltkulturerbe Hainich.

Informationen zum Wildkatzendorf in Hütscheroda:

Adresse

Wildtierland Hainich gGmbH
Schloßstr. 4
99820 Hörselberg-Hainich OT Hütscheroda

Telefon: 036254 / 86 51 -80, -81
Telefax: 036254 / 86 51 – 82
E-Mail: info@wildkatzendorf.de
Homepage: www.wildkatzendorf.de

Öffnungszeiten

April bis Oktober (Hauptsaison) täglich von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr
November bis März (Nebensaison) Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Heiligabend und Silvester geschlossen.

Weitere Ausflugstipps in der Nähe

Ebenfalls im Hainich befindet sich die urige Hainichbaude. Entfernung zum Wildkatzendorf 13 KilometerIn Bad Langensalza findet ihr den tollen Japanischen Garten. Entfernung zum Wildkatzendorf 20 KilometerDer Kurort Bad Liebenstein bietet viel sehenswertes und eine tolle Umgebung. Entfernung zum Wildkatzendorf 50 Kilometer

Wanderung HainichWildkatze in der Katzenlichtung[DISPLAY_ACURAX_ICONS]

3 thoughts on “Wildkatzen hautnah erleben – Wildkatzendorf in Hütscheroda

  1. 2. April 2015 at 21:47

    Schöner Artikel und super Fotos! Ich mag Katzen sehr und suche schon länger nach so etwas in meiner Umgegend – leider vergebens.

    Wegen des Gastartikels melde ich mich nach Ostern noch einmal bei dir, wenn das in Ordnung ist.

    Herzlich,
    Anna

  2. Gundel
    3. April 2015 at 10:27

    Hi Anna,
    klar, stress dich nicht wegen dem Artikel. Ich wünsch dir schöne Ostertage.
    Liebe Grüße
    Gundel

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