Tierquälerei im Urlaub

Wer das ganze Jahr über arbeitet, hat sich im Sommer ein paar Wochen der Ruhe und Erholung verdient. Die meisten Menschen zieht es dann für einige Wochen in ferne Länder, um dort fremde Kulturen kennenzulernen und ungewöhnliche Dinge zu sehen. Auch digitale Nomaden bevorzugen es oftmals, an exotischen Orten zu arbeiten und ihre freie Zeit zu genießen. Da vor allem ärmere Länder finanziell vom Tourismus abhängig sind, gibt es dort auch zweifelhafte Attraktionen, die möglichst viele Urlauber anziehen sollen. Dazu gehören zum Beispiel die Tourismus-Elefanten, auf denen Urlauber in Thailand und anderen südostasiatischen Ländern reiten können. Aber auch an anderen Orten wird mit dem Leid von Tieren Geld verdient.

Belustigung am Leid großer Tiere

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Damit Touristen in Thailand auf Elefanten reiten können, müssen die Tiere schon in jungen Jahren unglaubliche Qualen durchleiden. Sie werden in Käfige gesteckt und so lange geschlagen, bis sie keinen Widerstand mehr leisten. Erst dann kommen sie frei, weil ihre Halter davon ausgehen, dass ihr Widerstand nun gebrochen ist. Die Tourismus-Elefanten von Südostasien sind aber längst nicht die einzigen Tiere, die zur Unterhaltung von Menschen leiden müssen. Man denke nur an die Meeressäugetiere, die in verschiedenen Anlagen in aller Welt an Shows teilnehmen müssen. Delphine und Orcas werden in kleinen Becken gehalten und müssen zur Belustigung des Publikums Saltos schlagen und ihre Trainer auf dem Rücken reiten lassen. In zahlreichen Tierparks in Tourismusländern bekommen Urlauber zudem die Gelegenheit, mit wilden Tieren Fotos zu machen. Dabei handelt es sich meist um Jungtiere, die stundenlang an Ketten oder Leinen geführt werden.

Offene Wunden und Quälereien

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Mit ihren weißen Häusern ist die Insel Santorin eines der beliebtesten Reiseziele Griechenlands. Für so manchen Touristen gehört es zu einem Besuch dazu, sich von einem Esel über eine Treppe in die Hauptstadt Fira tragen zu lassen. Mit dem Gewicht eines Erwachsenen auf dem Rücken muss das Tier exakt 568 Stufen nach oben laufen und bekommt dabei trotz heißer Temperaturen oft nur wenig Wasser zu trinken. Noch dazu sitzen die Sättel häufig nicht besonders gut. Das alles führt zu Wunden am Rücken des Esels sowie zu Schäden an seiner Wirbelsäule. Zwar gilt schon seit 2008 eine weltweite Richtlinie zur Behandlung von Arbeitstieren. Allerdings wird der Gesundheitszustand der Esel von Santorin eher selten kontrolliert, weil die Bewohner der Insel stark vom Tourismus abhängig sind. Ähnlich ist es auch mit Affen in asiatischen Ländern. Die Vertreter kleinerer Arten werden oftmals mit brutalen Methoden dazu trainiert, auf der Straße Kunststücke vorzuführen. Größere Gattungen wie Orang-Utans werden beispielsweise auf Borneo in Bordellen gehalten, wo sie der sexuellen Willkür von Touristen ausgeliefert sind.

Kampf gegen das Tierleid

So interessant es auch sein mag, mit Tieren in Interaktion zu treten: Bei vielen Touristenattraktionen muss man davon ausgehen, dass die Tiere nicht unter würdigen Verhältnissen leben. Daher sollte man sich am besten von solchen Angeboten fernhalten. Die meisten deutschen Reiseveranstalter haben diese ohnehin bereits aus ihrem Programm gestrichen. Bietet ein Veranstalter vor Ort die Teilnahme an einer Attraktion an, bei der Tiere im Mittelpunkt stehen, sollte man mit dem Verweis ablehnen, dass man sich nicht an Tierquälereien beteiligen will. Außerdem sollte man möglichst andere Urlauber über die sozialen Medien vor den entsprechenden Anbietern warnen.

Keine Tierliebe