Sportscheck Wanderfestival 2015 in Bad Schandau

Zum ersten Mal veranstaltete Sportscheck dieses Jahr das Wanderfestival in Bad Schandau. Am vergangenen Wochenende wurden über 30 geführte Wanderungen verschiedener Länge und unterschiedlichster Schwierigkeitsstufen angeboten. Es gab passende Touren für Wanderanfänger, Familien und Wanderprofis.

Höhepunkt des Wanderfestivals in Bad Schandau war 12 Stunden Wanderung. Diese Extremwanderung ist auf 300 Teilnehmer begrenzt und führt die Wanderer auf dem Malerweg an die schönsten Ecken der Sächsischen Schweiz. Insgesamt mussten 33 Kilometer Wanderstrecke und 1200 Höhenmeter bewältigt werden.

Vollkommen klar, dass ich für Thoringi mit am Start war 😉

Organisation und Ablauf des Wanderfestivals

Start und Ziel der 12h Wanderung

Am Vorabend der Wanderung mussten sich alle Teilnehmer zwischen 14: 00 und 21:00 Uhr am Basislager an der Toskana-Therme in Bad Schandau einfinden und offiziell melden. Bei der Anmeldung bekommt jeder Teilnehmer ein Sportscheck-Bändchen, welches zum kostenlosen Nutzen der öffentlichen Verkehrsmittel berechtigt und als Nachweis der Teilnahme gilt. Mit dem Bändchen erhalten die Wanderer auch die kostenlose Verpflegung auf der Strecke.

Im Anschluss, um 21:00 Uhr war ein für alle Teilnehmer verpflichtendes Meeting mit Briefing angesetzt. Dieses Meeting ist aus meiner Sicht zu einer unsinnigen Zeit angesetzt, da Teilnehmer, die nicht im Ort nächtigen extra nach Bad Schandau fahren müssen, nur um wenige Stunden später zum Start wieder dort sein zu müssen. Außerdem haben wir keine neuen Informationen beim Briefing erhalten, deswegen werden wir dieses nächstes Jahr ausfallen lassen.

Am Tag der großen Wanderung mussten wir uns alle halb fünf auf dem Expo Gelände einfinden. Hier stand bereits eine kleine Stärkung in Form von Kaffee, Saft, Obst und Müsliriegeln zur Verfügung. Nach erneuter kurzer Einweisung ging es auch schon los. Punkt um fünf sind alle Wanderer gestartet.



Früher Start der 12h WanderungWandern bei Bad Schandau

Alle Wanderer? Nein, wir nicht

Tatsächlich haben wir es geschafft, bereits eine Minute nach dem Start den Anschluss zu verlieren. Klingt unmöglich, ist aber so. Was war passiert?
Wir wollten noch schnell was ins Auto bringen und waren wirklich nur eine Minute weg. Aber kaum waren wir wieder am Start, war von den restlichen 300 Teilnehmern nichts mehr zu sehen. Man möchte ja meinen, dass 300 Wanderer die mit Taschenlampen durch das nächtliche Bad Schandau laufen, nicht zu übersehen sind. Allerdings haben die Veranstalter die Route geändert, sodass der Einstieg zur Wanderung nicht mit dem ausgegebenen Kartenmaterial übereinstimmte. Wir sind also schlicht in die falsche Richtung gelaufen, da wir uns an der Karte orientiert haben. Als wir unseren Fehler bemerkten, war aus der einen Minute Rückstand bereits eine Viertelstunde geworden. Bis wir schließlich den neuen Einstieg zur Wanderung gefunden hatten, mussten wir noch einige Zeit in Bad Schandau herum irren und so gingen wir mit über einer Stunde Verspätung an den Start.

Die Strecke – auf dem Malerweg durch das Kerngebiet der Sächsischen Schweiz

Wanderstrecke der Sportscheck 12h Wanderung ab Bad Schandau

Nachdem wir nun endlich den Einstieg gefunden hatten, konnte auch für uns die 12 Stunden Wanderung beginnen. Von Bad Schandau aus führte uns unser Weg zu den Schrammsteinen. Wir hatten gehofft auf diesem herrlichen Aussichtspunkt den Sonnenaufgang genießen zu können, was aufgrund unserer Verspätung leider nicht möglich war. Von den Schrammsteinen ging es weiter Richtung kleinem und großem Dom, über die Affensteine bis zum Kuhstall. Hier war der erste Verpflegungspunkt angesetzt. Für diesen Wegabschnitt haben wir – inklusive verspäteten Start – ca. 5,5 Stunden benötigt. Vollkommen abgekämpft tat das gebotene Frühstück mit Brötchen, Wurst, Käse und Saft sehr gut.

Kleines Highlight am Kuhstall ist die Himmelsleiter. In einer enorm engen Felsspalte erklimmt man steile eiserner Stufen bis zu einem Aussichtspunkt. Jedoch ist der Aufstieg durch den Fels spektakulärer als die Aussicht selbst.

Sportscheck Wanderfestival

Die zweite Etappe der 12h-Wanderung zur Felsenmühle und von hier weiter über die Räumichtmühöe und dem kleinen und großen Pohlshorn bis zum Zeughaus. Nach dieser Wegstrecke hatten wir immerhin zwei Drittel der gesamten Strecke bewältigt. Zum Glück, denn bereits hier waren wir stark abgekämpft, hatten enorme Schmerzen in den Füßen und Muskeln und zweifelten bereits an unserer Kondition. Es hat uns jedoch wieder motiviert zu erfahren, dass es unseren Mitwanderen nicht anders erging, diese haben wir nämlich hier zum ersten Mal wirklich wieder getroffen. Bis dato waren wir die Strecke des Wanderfestivals allein gegangen.

Nach Stärkung mit heißer Suppe ging es dann in der Gruppe weiter. Sich gegenseitig die Ohren voll zu heulen tröstet scheinbar über die Schmerzen selbst hinweg und so wanderten wir beschwingt die dritte Etappe zum großen Winterberg. Nach kurzer Kaffee-Pause haben wir auch die letzten 3 Kilometer nach Schmilka in Angriff genommen und konnten die komplette Wanderung in insgesamt 13 Stunden bewältigen. Von Schmilka fährt ein kostenloser Shuttlebus zurück zur Toskana-Therme.

Ja, wir waren nicht die schnellsten (aber auch nicht die langsamsten!)

Ja, wir waren ziemlich fertig.

Ja, wir haben nicht gedacht, dass wir soooo fertig sein würden.

ABER: wir haben durchgehalten und sind sehr froh und stolz, dabei gewesen zu sein.

Ein fabelhaftes Event, welches von Sportscheck wirklich klasse organisiert wurde.
Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr.

12h Wanderung überlebt, ein ErfahrungsberichtIMG_9477 IMG_9482

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