Roadtrip Namibia #2 – eine deutsche Geisterstadt und Big Daddy 🏜️🌍

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Vom Fish River Canyon nach Aus

Der Weg, der uns vom Fish River Canyon weiter führen sollte, lässt sich kaum bildlich beschreiben. Google Maps zeigte uns eine, dem Verhältnis der geben Linien auf der Karte nach zu urteilen, recht gut ausgebaute Straße an. Musste wohl eine Art Bundesstraße sein, dachte ich. Also verließen wir nach etwa zweistündiger Fahrt durch den Gondwana Nature Park und den Canyon Nature Park die staubige Piste, die uns bereits auf dem Hinweg zum Canyon geführt hatte und bogen auf die C12 Richtung Seeheim. 🚗

Zu glauben die C12 wäre eine, bestenfalls sogar geteerte, Bundesstraße war in etwa so naiv wie der Glaube einer Dreijährigen an die Zahnfee.

Diese Piste war wirklich der Hammer! Ich kann mir nicht vorstellen, dass an vielen Orten dieser Welt die Diskrepanz zwischen der Erwartung an eine Straße (aufgrund der Erfahrungen, die man mit Straßen ähnlicher Darstellung auf Google Maps gemacht hat) und der live erlebten Realität größer sein könnte!! 😨

In den folgenden drei Stunden, die wir in die Abenddämmerung hinein fuhren, begegneten wir keiner Menschenseele! Und der Zustand der Gasse ließ mich wahrhaftig vom Glauben abfallen! Zu schreiben, dass dies ein „bumpy“-Ride gewesen wäre, ist eine maßlose Untertreibung. Quer zur Straße folgte im Abstand von etwa 30cm Rille nach Rille im sandigen Boden, die vermutlich durch schwere Fahrzeuge entstanden waren. Durch diese Rillen hüpfte unser SUV ordentlich durch die Gegend. Festhalten war angesagt und selbst beim Reden hatte man Probleme sodass ich irgendwann nur noch lachen konnte sobald ich versuchen wollte etwas zu sagen.

Das Lenkrad musste mit beiden Händen festgehalten werden. Und mit zunehmender Dunkelheit mussten wir uns konzentrieren die Löcher zu erkennen die vom Ausmaß zuweilen in der Lage gewesen wären einen Kleinwagen aufzufressen…

Es ging durch ausgetrocknete Flussbetten in denen Pavianhorden ihren Durst an den letzten Wasserpfützen stillten und Wildpferde die Blättchen der Akazien abzupften. Wir lernten einige der wichtigsten Vorfahrtsregeln in Afrika kennen – etwa, dass Familie Strauß in Eile immer Vorfahrt hat! 🐎🐒

Das war Abenteuer nach meinem Geschmack! Fernverkehrsstraße im Afrikastyle!

Wären wir liegen geblieben, hätte es vermutlich viele Stunden gedauert bis uns jemand gefunden hätte. Wahrscheinlich erst am nächsten Tag denn ich glaube kaum, dass außer uns übermütigen Naivchen jemand sonst bei Dunkelheit auf dieser Straße unterwegs ist. Nun, Proviant hatten wir nicht großartig im Auto. Ne Flasche Wasser, ne Flasche Wein, ein paar Bier und ein Glas Currygemüsesoße. Ich denke, dass wäre vielleicht sogar eine lustige Nacht geworden. 😂

Irgendwann schafften wir es in völliger Dunkelheit auf die B4 – eine der wenigen Teerstraßen in Namibia – und von dort aus zu unserem Tagesziel Aus (Nachbarort übrigens Ausweiche – da hat sich bei der Namensgebung mal wieder keiner ein Bein ausgerissen).

 

Kolmanskop

Auf Afrika Tag #3 war ich wirklich sehr gespannt. Es sollte nach Kolmanskop gehen!!!

Kolmanskop oder Kolmannskuppe war eine Siedlung deutscher Bürger zu Zeiten Deutsch – Südwestafrikas. Von den Einwohnern verlassen blieb Kolmanskop als Geisterstadt dem Wüstensand überlassen. 👻

Kolmanskop entstand als man in der Nähe des Orts einen Diamanten im Wüstensand fand. Es entwickelte sich zunächst nur ein Camp in dem die Diamantensucher und die deutschen Kolonialherren unterkamen. Als das Gebiet jedoch immer größere Mengen an Diamanten freigab und mit zunehmender Euphorie entwickelte sich Kolmanskop zu einem Ort mit jedem erdenklichem Luxus der damaligen Zeit! 💎

Während die afrikanischen Diamantensucher in Baracken vor den Toren der Stadt hausten und täglich, Tücher zum Schutz vor dem Wüstensand vor dem Mund, 12 Stunden auf dem Bauch über den Sand kriechend die teuren Steinchen suchen mussten, die den Reichtum der Deutschen finanzierten, lebten die Bewohner von Kolmanskop in Saus und Braus. 💰💲

Ein völlig deplatzierter Luxus. Irgendwie surreal. Kolsmanskop galt als der reichste Ort auf dem afrikanischen Kontinent. Und das inmitten einer Wüste! Inmitten unbarmherziger Hitze!

Den 400 Deutschen, die sich hier niederließen, mangelte es an nichts. Es gab Elektrizität, eine Eisfabrik lieferte jeden Morgen einen Brocken Eis für den heimischen Kühlschrank, eine kleine Bahn fuhr durch den Ort, es gab ein Krankenhaus mit der ersten Röntgenstation Afrikas und gegen die Langeweile mitten in einer der trockensten Einöden der Welt wurde einiges unternommen.

So sieht man noch heute die alte Turnhalle in welcher verschiedene Sportvereine sich austobten, es gab eine Kegelbahn und ein Theater. Internationale Weltstars machten sich von Deutschland aus auf die lange Reise nur um die Menschen in Kolmanskop für einen Abend zu unterhalten. Es gab sogar ein Schwimmbad mit Sprungturm! Das Wasser dafür wurde 1000km aus Kapstadt heran transportiert!

Lebensmittel und alle anderen Annehmlichkeiten wurden im Tante Emma Laden bestellt und aus Deutschland mit dem Schiff importiert!

Und als die Diamantenfunde weniger wurden und der Quell des Reichtums zu versiegen drohte verließen die Menschen den Ort und überließen ihm dem Wüstensand.

So findet man ihn heute so vor wie ihn die Leute vor fast 90 Jahren zurück ließen! Zumindest den größten Teil der Stadt. Ein kleiner Teil wurde inzwischen in ein Museum verwandelt.

Doch der Rest gehört dem Entdeckergeist! Und auch hier zahlt es sich aus ein paar Meter weiter zu gehen als andere Besucher. Bis in die hinteren Winkel zu laufen.

Die einsamen Häuser, halb aufgefressen vom Sand sind wirklichkeitsfremd. Das Quietschen einer Tür lässt einen kurz erschaudern. Kleine Dünen türmen sich in den Gebäuden auf. Und auch hier begreift man wie relativ von Menschenhand geschaffene Dinge sind!

Uuuund Kolmanskop ist definitiv a photographers dream!!!

Fehlt mir nur noch die gute Kamera 😢

 

 

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In den Häusern türmt sich der Wüstensand

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Überall darf man sich in der Geisterstadt frei bewegen und durch die alten Gebäude krabbeln

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Ich bin ja nicht so der Mensch, der sich einfach mal so vor etwas gruselt aber genau an dieser Stelle hat links in dem dunklen Raum eine Tür, vom Winde bewegt, immer wieder gequietscht. Das war ein ganz klitzekleinesbisschen schaurig und ich hab diesen Raum mit etwas mehr Bedacht inspiziert 🙂

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Für die Bestellung nach Deutschland!

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In der alten Bäckerei

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Das alte Schwimmbad

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Lüderitz

Da der Tag noch recht jung war verschlug es und in das nur 10km entferte Lüderitz an der Lüderitzbucht. Ein 12.000 Seelenort dessen Architektur noch den Jugendstil der wilhelminischen Kaiserzeit widerspiegelt.

Nun ja, viel haben wir hier nicht angestellt. Sind ein bisschen durch das Örtchen gefahren und geschlendert und haben uns versucht vorzustellen, dass hier mal alle deutsch geredet haben…Wenig spektakulär aber ein Teil unserer Geschichte.

Übrigens gab es in Lüderitz, wie auch an anderen Orten in Deutsch – Südwestafrika, bereits Konzentrationslager um dort die Volksgruppe der Herero und Nama zu internieren. Das KZ ist entsprechend keine Erfindung des ersten oder gar zweiten WKs!

Von Lüderitz fuhren wir zurück nach Aus. An diesem Tag hatten wir uns kein wirklich straffes Fahrprogramm vorgenommen. Auf dem Rückweg hatten wir alle Zeit der Welt ein paar Umwege zu machen und einfach mal ohne Plan unterwegs zu sein. Und wir entdeckten eine Ebene in der eine Herde Wildpferde und eine Herde Strauße lebten. 🐎

Glaubt mir, es ist entspannt zwei Stunden lang die Beine baumeln zu lassen, wilden Tieren durchs Fernglas zuzuschauen während die Sonne noch ganz warm scheint und dann nach der Abenddämmerung hinter dem Bergmassiv vom Himmel fällt. 🌄 Eine völlig zufällig entstandene Situation, ungeplant – das ist die Freiheit, die ich mir immer wünsche!

Sesriem – Big Daddy, die größte Düne dieser Erde

Am nächsten Morgen verließen wir Aus mit der aufgehenden Sonne. Wir hatten eine lange Strecke vor uns denn unser Tagesziel war Sesriem!

Es gibt auf Reisen diese Tage an denen man nicht aufgrund des Ziels unterwegs ist sondern aufgrund des Wegs. Dieser War einer dieser Tage!

Wir erkundigten uns am Morgen bei unserem Vermieter ob der spektakulärsten Route nach Sesriem. Das Lächeln im Gesicht des alten Mannes mit weißem Vollbart verriet mir sofort, dass wir nicht enttäuscht sein würden. „Lasst noch ordentlich Druck aus den Reifen“ – riet er uns denn unser Weg führte uns mitten durch die Namib – die bekannte Trockenwüste Nambibias und UNESCO Weltnaturerbe.

Der Tankwart wusste sofort Bescheid was zu tun war als wir ihm sagten, dass wir an den Tirasbergen vorbei über die D707 fahren wollten. Und wir freuten uns wahnsinnig auf den Weg. Mit Entdeckungs- und Staunpausen hatten wir sieben bis acht Stunden eingeplant. Sieben bis acht Stunden durch ein trockenes Nichts.

Ich habe nie zuvor rot und orange in so vielfältigen Nuancierungen leuchten sehen! Man müsste denken der Anblick dieser kargen Landschaft sei ermüdend. Ist er nicht! Jede Ebene leuchtet roter als die andere! Jedes Wölkchen und jeder neue Sonnenstrahl verändert das Bild! Niemand könnte das Zeichnen! Das ist wirkliche Schönheit! 😁

Schlicht und prunklos. Erbarmungslos heiß und weit! Wie hier überhaupt Leben existieren kann ist faszinierend! Und doch sehen wir, besonders im Namib Rand Nature Reserve, immer wieder Herden von Straußen, Oryxantilopen und Zebras. Die wenigen Bäume werden auch hier von Webervögeln okkupiert. 🐦

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Eine tote Oryx – Antilope auf unserem Weg durch die Namibwüste

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Als wir ein kleines Dorf passieren, rennen uns Kinder hinterher. Wir sollten ihre gefangenen Singvögel kaufen. Falsche Ansprechpartner, Jungs!

Und das Fahren im breiweichen Wüstensand macht wirklich Spaß!!!

Da passierts dann schon mal, dass Mathias, während ich (zugegeben etwas geisteskrank und durchaus mit meiner Geschwindigkeit nicht so richtig an die Untergrundverhältnisse angepasst) hinterm Steuer sitze, nach ner Stunde schweißgebadet aussteigen muss um zur Beruhigung erst einmal drei Zigaretten hintereinander rauchen zu müssen. Ich hab daraufhin das Fahren auch wieder an ihn abgetreten :)!

Irgendwann erreichten wir unsere Lodge in der Nähe des kleinen Orts Sesriem. Direkt am Fuße der Naukluftberge hatten wir eine kleine Hütte aus Stein für uns. Bei einem kühlen Cider sahen wir einmal mehr der Sonne beim Herunterfallen zu und holten uns danach das Grillpaket ab dass wir uns bestellt hatten.

Auf unserer Terrasse feuerten wir den Grill an und begutachteten das Fleisch in unserem Grillpaket. Oryx, Kudu, Eland und Strauß. Ich hatte 200g pro Sorte geordert. Bekommen haben wir mindestens 500g pro Fleischsorte. Dazu reichlich Grillgemüse. Niemals würden wir das alles essen! Da wusste ich ja noch nicht, dass wir Hilfe bekommen würden ;)!

Unter dem Sternenhimmel grillten wir und schlemmten ordentlich! Oryx ist übrigens mein Favorit!

Und plötzlich schlich sich ein bumpflig – knuffiges und ausgesprochen kuschliges Tierchen an uns heran. Es war schwer zu erkennen doch anhand der Ohren identifizierte ich es als Fennek – ein Wüstenfuchs! Im Moment als ich dieses Glaubens war hüpfte mir das Herzchen im Brustkorb wie wild umher! Der Fennek zählt zu meinen absoluten Lieblingstieren und mit einer Begegnung hatte ich nicht gerechnet!

Immer wieder warf ich ihm die Brocken unseres restlichen Fleisches zu damit er sich uns etwas näherte. Ich weiß, das macht man nicht. Aber ich konnte nicht widerstehen! 💚

(Ach ja, meine nachträgliche Recherche ergab, dass es ein Kapfuchs war. Der Fennek lebt nur in den nördlichen Sandwüsten Afrikas. Schande eigentlich, dass ich das nicht wusste!!!)

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Angekommen in unserer Unterkunft bei Sesriem. Mitten in der Wüste ein so wunderschönes Hüttchen. Einer der schönsten Sternenhimmel, die ich je sah, inklusive!

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Uuuund was is das allercoolste auf der ganzen Welt –> Sachen essen, die man noch niemals vorher probiert hat!! Also haben wir vor unserem Hüttchen ein afrikanisches Barbeque veranstaltet! Und das lag auf dem Grill: Oryx, Kudu, Eland & Strauß! Und ja, das war alles für uns 🙂 Na gut und den kleinen Kapfuchs, der sich immer mehr als knuffig an unser Häuschen angeschlichen hat!

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Unendliches Nichts!

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Ich mag schwierige Straßenverhältnisse – so lange der fahrbare Untersatz stimmt 😉

Sossusvlei & „der Ort, wo nichts ist“

Am nächsten Morgen packten wir sehr zeitig und hastig unsere Sachen und das Auto. Ich wusste, dass das Erlebnis des heutigen Tages das Potential besitzen könnte mich komplett sprachlos werden zu lassen. Dass es sogar noch besser werden würde, war außerhalb meiner Vorstellungskraft!

Die erbarmungslosen Dünen der Namib rund um das Sossusvlei waren der Sehnsuchtsort den ich seit Wochen im Gedächtnis hatte!

Die Namib ist die älteste Trockenwüste der Erde. „Namib“ bedeutet „leerer Platz“ oder simpel „Ort, an dem nichts ist“. Nichts – außer Sand, roter Sand.

Der Weg von Sesriem durch die Schneise zwischen den Dünen des Sossusvlei

Mit den Strahlen der aufgehenden Sonne glühen die Spitzen der riesigen Dünen. Mit den verfliegenden Minuten wandern ihre Schatten. Ihre Farben verändern sich minütlich.

Zu Beginn führt eine Straße durch die Dünen. Zunächst gleicht die Landschaft einer sandigen Ebene aber nach einigen Kilometern Fahrt erheben sich die ersten Dünen aus dem Nichts, jede nachfolgende scheint größer zu sein als ihr unmittelbarer Nachbar. Und bald ist man rechts und links von der Straße von bis zu 300 Meter hohen Kolossen aus rotem Sand umzingelt. Sie schlängeln sich kunstvoll über die Ebene und schmiegen sich aneinander an. Sie sind keine Einzelkämpfer sondern jede Düne wirkt als habe sie eine Beziehung zu den umliegenden Sandriesen. So wie die Wellen des Meeres. Alles ist stimmig, alles bildet eine Einheit. die Gratlinien der Giganten wiegen sich in sanften Linien die Hügeln hinab. Die Linien wirken wie aus einem Gemälde von Salvador Dali.

Der strenge Wind an diesem Morgen treibt den Sand über die Ebene zwischen den Dünen sodass wir kaum erkennen können wo die Straße ist. Irgendwann ist der Sand so tief, dass eine Weiterfahrt mit dem Auto unmöglich ist. Das Ziel ist nahe.

Es wird euch nicht wundern wenn ich euch erzähle welches Ziel es war – es war, wie so oft, die Suche nach der Einsamkeit! Dieses Mal auf der größten Düne dieser Erde – Big Daddy! 😄

Big Daddy ist 350 Meter hoch und ist eine der Dünen, die das Dead Vlei, eine kalkig – salzige Pfanne, umzingelt. In extrem guten Regenjahren ist das Vlei ein kleiner, für ganz kurze Zeit existenter See, gespeist durch einen Fluss, der sich seinen aussichtslosen Weg durch die Wüste bahnt.

Und wir wollten Big Daddy an diesem Tag bezwingen. Als erstes! Ich wollte ganz alleine oben stehen und die surreale Landschaft genießen. So der Plan!

Big Daddy – die Düne unter den Dünen!

Ambitioniert und dick eingepackt um uns vor dem Sand zu schützen stampften wir also durch die erste Salzpfanne und begannen mit dem Aufstieg!

Joa, ich kanns ohne mich zu genieren zugeben! Ich hätte zwischendurch am liebsten aufgegeben. Der Wind an diesem Tag war heftig. Die Sandkörner fühlten sich auf der Haut an als würde man sie sandstrahlen. Ich weiß nicht wie oft ich nichts mehr sehen konnte weil ich die Körnchen im Auge hatte. Oder nicht mehr atmen weil meine Nasenlöcher einfach dicht mit Sand waren. Der Sand fühlt sich an wie Meerwasser, dass einen komplett überschwappt. Man kann sich nicht wehren. Meine Kopfhaut war eine einzige Kruste. Meine Wimpern vom Sand verklebt. Der Mund trocken. 😥

Der Aufstieg ist eine Sisyphusarbeit! Entlang des Grats. Die Füße sinken bei jedem Schritt im Sand ein. Das kostet viel Kraft – vor allem wenn man die ersten Fußstapfen auf dem Grat hinterlässt und nicht in den Spuren eines anderen Laufen kann.

Und es war heiß – alles was ich zum Schutz angezogen hatte, musste wieder ab. Wir hätten sonst einen Hitzschlag bekommen!

Und nach zwei Stunden waren wir oben! Als erste überhaupt! Und keiner kam uns nach! Das waren eigentlich keine normalen Bedingungen zum Aufsteigen! Egal, wir hatten ja nur diesen Tag!

Und für den Blick von oben habe ich keine Worte mehr!! Das ist nicht mehr Planet Erde! So stelle ich mir den Mars vor. Das Meer aus roten Dünen und mittendrin das strahlend weiße Dead Vlei! Unwirklich! 😍

Das was wir sahen fällt in eine Kategorie mit dem Salar de Uyuni in Bolivien oder der Vulkanlandschaft um den Tongariro in Neuseeland. Ich glaube wirklich, dass das zur Königsklasse der Landschaften zählt, die unsere Welt zu bieten hat!

Den Aufstieg mach ich aber nie wieder! Ich habs aber alles abgespeichert im Kopf!

Ach ja, das „Düne -Runterrennen“ dauert nicht mal drei Minuten und ist einfach nur verdammt witzig! Denn egal wie sehr man sich auf die Fresse legt – alles ist super weich! 😉

Der Dune – Run endet im Sossusvlei! Das verzaubert mit bizarren abgestorbenen Bäumen vor der ohnehin schon unbeschreiblichen Kulisse!

Dass dieses eines der besten Erlebnisse meines ganzen Lebens war – ist glaue ich völlig überflüssig zu sagen, oder?

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Nein, wir haben niemanden überfallen! Angekommen im Sossusvlei haben wir uns so präpariert um die höchste aller Dünen zu besteigen: Big Daddy! Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wussten war, dass der Sand überall, also wirklich überall, unser kleinstes Problem werden würde!

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Next Stop: Swakopmund – Snow, ähhhh, Duneboarding!