Reisebericht


Sonntag 24.03.2013  Anreise

Hotelaussicht in ZypernNürnberg ist zwar bei Weitem nicht der nächste Flughafen für uns, aber da die Flugtickets nun mal günstig waren, fliegen wir eben von NUE. Die Abreise von Nürnberg war auch vollkommen problemlos, der Flughafen ist überraschend überschaubar und die Abfertigung ging sehr schnell. Tipp für Touristiker:  Gegen Vorlage eines gültigen DRV Ausweises oder der Bescheinigung vom Arbeitgeber parkt man direkt am Terminal für nur 20€, egal wie lang der Urlaub dauert. Also haben wir mal schnell mehr als 50,- € gespart.

Die Anreise mit Turkish Airlines – ein Exkurs

Ich bin kein Fluggast, der bei der Auswahl des Fluges sehr an eine Airline gebunden ist. Wie viele andere Reisende ist für mich vor allem der Preis entscheidend bei der Wahl einer Airline. So kommt es, dass ich häufig mit Billig-Airlines wie Ryanair oder Delta unterwegs bin, wobei bei diesen Airlines natürlich der Reisekomfort arg leidet, was man als Billig-Flieger natürlich wissend in Kauf nimmt. Für unsere Reise nach Zypern haben wir nun Turkish Airlines gewählt, mein erster Trip mit dieser Fluggesellschaft. Auch wenn sich das Flugzeug an sich in Punkto Ausstattung und Sitzabstand nicht wirklich von den mir bisher bekannten Flugzeugen unterschieden hat, war ich sehr angenehm vom gebotenen Komfort überrascht.

Obwohl es sich von Nürnberg nach Istanbul nicht um einen Langstrecken-Flug handelt, wurde uns ein sehr umfangreiches In Board Entertainment geboten, und dass sogar mit eigenen Bildschirmen für jeden Fluggast. Die Auswahl der angebotenen Filme und Serien war sehr breit und auch sehr aktuell, sodass ich mir fast einen längeren Flug gewünscht hätte, um in Ruhe die schönsten Filme zu genießen. Einziges Manko beim Entertainment ist, dass dieses automatisch bei Durchsagen unterbrochen wird, was schon etwas nervt, aber wahrscheinlich aus Sicherheitsgründen unumgänglich ist.

Besonders hervorzuheben ist die Qualität der Verpflegung an Board. Schon kurz nach dem Start wurde uns Turkish Delight auf einem Silbertablett serviert. Kurz darauf verteilte die Stewardess Speisekarten mit dem heutigen Menü. Auch wenn man bei anderen Airlines auch meist aus zwei verschiedenen Gerichten wählen kann, war es doch die Art der Präsentation, die den entscheidenden Unterschied für mich machte. Auch das angebotene Essen war im Vergleich zu dem, was man im Flieger so gewöhnt ist, überraschend genießbar und vielseitig. Was die gute Verpflegung abrundete war die große (und durchweg kostenlose) Auswahl an Getränken, sowohl alkoholfreie als auch alkoholische.

Alles in allem fand ich die Reise mit Turkish Airlines sehr angenehm und bin durchweg zufrieden mit dem gebotenen Service. Bei der nächsten Reise werde ich mir genau überlegen, ob ich meine Entscheidung für eine Airline wirklich rein vom Preis abhängig machen sollte. Immerhin hat man ja Urlaub.

In Istanbul hatten wir knapp drei Stunden Aufenthalt bevor unser Flieger nach Ercan abhob. Sollte jemand auf die Idee kommen, nach dem Weg zum Transit zu fragen: wenn man Ercan so deutsch ausspricht kommt man gar nicht weiter, erst nach einem lang genuschelten „Errrschaaannnn“ wurde uns freundlich der Weg gewiesen.

Der Flug nach Ercan dauert wenig mehr als eine Stunde, sodass man, kaum dass das Abendbrot verzehrt ist, auch schon wieder landet. In dem mini kleinen Flughafen geht auch die Abfertigung sehr schnell. Obwohl man auch nur mit dem Personalausweis einreisen kann, empfehle ich das Mitführen eines Reisepasses. Bei Einreise bekommt man dort einfach einen Stempel rein und fertig. Wer keinen Reisepass dabei hat, muss erst umständlich Formulare ausfüllen und diese auch bis zur Ausreise aufbewahren. Da wären bei meiner Schusseligkeit die ersten Katastrophen vorherzusehen.

In Ercan angekommen begrüßt und zuerst angenehm warme Nachtluft und nur eine Minute später schon unser Reiseleiter. Nein, wir haben natürlich nicht vor, an organisierten Ausflügen teilzunehmen, aber so eine persönliche Begrüßung ist ja sehr nett. Da wir die einzigen Gäste dieses Abends sind, geht es ohne Verzögerung direkt in den Bus und ab ins Hotel.

Unser Hotel

Hotel Girne auf ZypernWir haben uns das Topset Hotel in Lapta, einem Stadtteil von Girne (Kyrenia) vor allem wegen der sehr guten Bewertungen auf Holidaycheck ausgesucht. Vor der Buchung haben wir uns natürlich auf verschiedenen Hotelvergleichsportalen umgeschaut, um das beste Angebot für unseren Reisezeitraum zu finden. Eine gute Übersicht findet man hier. Das kleine Hotel besteht aus zwei Komplexen und circa 70 Zimmern, welche sich auf verschiedene Gebäude verteilen. Somit wirkt die Anlage sehr familiär und gemütlich. Da vorangegangene Urlauber fast durchweg vom Topset geschwärmt haben, haben wir uns schon sehr auf die Ankunft gefreut. Unser Zimmer, wie alle anderen auch, verteilt sich über zwei Etagen und verfügt über 2 Schlafzimmer und zwei Balkone. Sehr zufrieden mit der Unterbringung haben wir uns also erstmal ein sehr üppiges Abendessen mit anschließenden Drinks an der Hotelbar genehmigt.

Montag 25.03. 2013 Erkundungstour Girne

Erst am nächsten Morgen konnten wir den tollen Ausblick aufs Meer genießen und auch die sehr gepflegte und gemütliche Hotelanlage in Augenschein nehmen. Nach dem Frühstück haben wir uns mit unserem Reiseleiter Volkan getroffen. Der hat uns sehr nett und kompetent alle wichtigen Sehenswürdigkeiten beschrieben und auch Tipps für die beste Reihenfolge der Ausflüge gegeben. Er war auch so freundlich uns erst einmHafen Zypern Urlaubal ein paar Hintergründe und geschichtliche Fakten zu Nord Zypern zu geben, sodass wir die etwas wirre Situation des zweigeteilten Staates etwas verstehen konnten. Da wir unseren Mietwagen noch abholen mussten hat er uns gleich mal in die Stadt gefahren und auch bei der Kommunikation beim Auto-Verleih geholfen. Einfach ein TOP Service! Die gesamte Abwicklung mit dem Mietwagen ging sehr schnell und die haben auch ein Auge zugedrückt und mich als Zweitfahrer eingetragen. Eigentlich darf man einen Mietwagen ja erst ab 25 fahren, aber die Aussage kam ganz klar: Ein deutsches Mädel mit 23 kann man schon mal fahren lassen, bei einer Engländerin von 26 hätte die gute Frau mehr Bauchschmerzen gehabt. Mit zwei Fahrern gewappnet haben wir uns also dem tückischen Linksverkehr gestellt. Die größte Schwierigkeit besteht dabei meiner Meinung nach beim Schalten mit links – sehr gewöhnungsbedürftig. Nach einem ruckeligen Start haben wir uns aber schnell ganz gut eingepasst und sind erst einmal auf Entdeckungstour durch Girne gegangen.

Laut Reiseführer befinden sich in Girne rund 80 Prozent der Nord zypriotischen Hotels. Trotzdem kam mir die Stadt gar nicht wie eine Touristen Hochburg vor, eher wie eine sehr süße, etwas verschlafene Hafenstadt. Das dürfte vor allem daran liegen, dass Nord Zypern noch vom Massentourismus verschont ist und ein kleiner Geheimtipp zu sein scheint. Kleine verwinkelte Gassen führen an rustikalen Häusern entlang und scheinen alle im Hafen zu enden. Der Hafen ist aber auch wirklich wunderschön. Das relativ kleine Hafenbecken ist fast vollständig zum Meer geschlossen und wirkt vor lauter vor Anker liegender Boote – von weißer Luxusjacht bis Mini-Fischerkahn – fast vollgestopft. In den alten Lagerhäusern entlang des Hafens finden sich viele Restaurants und Cafe´s, was wir natürlich gleich mal für ein sehr ausgiebiges Mittagessen im Sonnenschein genutzt haben. Es ist zwar sehr offensichtlich, dass sich kein Einheimischer je in die Restaurants am Hafen verirren wird, aber die gemütlichen Tische direkt am Wasser sind dann einfach zu verlocken und es ist mir egal, wie „Touri-mäßig“ alles ist. Bei einem Glas Weißwein und für uns kältegeplagte Deutsche unfassbare 24 Grad bleiben wir sehr lang im Restaurant sitzen und genießen einfach das Treiben am Hafen. Nach einem sehr guten Essen wollten wir uns eigentlich die große Festung anschauen, doch da der März trotz Wärme und Sonnenschein in Zypern noch Winter ist, schließt diese – wie die meisten Sehenswürdigkeiten –  bereits 15:00 Uhr.

Ohne große Pläne oder Orientierung schlendern wir einfach durch die gemütlichen Gassen von Girne und genießen die Aussicht, die Wärme und einfach die freie Zeit.

 

 

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