Ausflug in den Dschungel – Zu Besuch bei den Shuar

Im Rahmen eines Universitätsprojekts der Hochschule München sind wir in den ecuadorianischen Dschungel geflogen.
Hintergrund des Projekts ist es, der indigenen Bevölkerung ein selbstbestimmtes und finanziell unabhängiges Leben zu ermöglichen, sodass ein Erhalt der Kultur möglich wird. Zu diesem Zweck wurde der Campus Ecuador ins Leben gerufen. Unterstützt von der Hochschule München und der Stiftung AMAZONICA entstand im Dorf Yuvientsa der Campus. Hier soll es internationalen Studenten und Wissenschaftlern ermöglicht werden, im direkten Kontakt mit der indigenen Bevölkerung Forschung zu betreiben.

Schwerpunkte liegen hier vor allem auf den Gebieten der regenerativen Energien, aber auch Klimatologen, Biologen und Ökologen haben hier Freiraum für ihre Forschung.
Zahlreiche Studenten vor uns haben bereits den Weg geebnet, mit Konzepten, mit Vermessungen und mit Ideen. Hier die Ecuador Sonderausgabe der Hochschulzeitschrift Passport, mit ausführlichen Berichten zum Entstehungshintergrund, Erfahrungsberichten anderer Studenten und Interviews mit den Shuar und Achuar.
Unsere Aufgabe war es, ein praktikables Vermarktungskonzept für einen Reiseveranstalter zu entwickeln, der eigens für den Forschungs- und Wissenschaftstourismus am Campus Ecuador gegründet werden soll. Zu diesem Zwecke flogen 10 Studenten/Innen und 2 Professoren im August 2011 nach Ecuador. Insgesamt durften wir knapp eine Woche bei den Shuar zu Gast sein.
Von einem kleinen Flugplatz in Puyo sind wir mit 2 Cessnas in den Dschungel geflogen. Schon die Anreise mit den eher wackligen Flugzeugen war sehr abenteuerlich. Doch die Aussicht beim Flug ließ alle Zweifel an den Sicherheitsbestimmungen in Vergessenheit geraten. Soweit das Auge reicht erstreckte dich der Urwald unter uns. Nach nur 25 Minuten Flugzeit waren wir in Yuvientsa angekommen. Sehr aufgeregt und etwas unbeholfen kletterten wir aus dem Flugzeug und wurden mehr als herzlich von den Shuar empfangen. Über einen schmalen Pfad gelangten wir zu der eigens für den Campus Ecuador gebauten Unterkunft.

Campus Ecuador Unterkunft und ArbeitsräumeCampus Ecuador Toiletten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Anblick ließ uns alle sprachlos werden. Unsere Unterkunft, nach vorbild der Unterkünfte der Shuar, lediglich wesentlich größer war ein beeindruckender Bau der sich perfekt in die Umgebung einpasst. Lediglich aus Materialen der Urwald erschaffen arbeitetet das gesamte Dorf an der Erschaffung der Gebäudes. Das ovale Objekt ist sehr offen gehalten, so besteht der Vorplatz aus einem schönen Stein-Mosaik mit einem Holzgeländer, jedoch fehlen die Wände, damit die Tiere des Urwalds ungehindert passieren können. Am oberen Ende des Gebäudes befinden sich 4 Zimmer, komplett aus Holz gezimmert sind die schönen Räume sehr gemütlich aber auch zweckmäßig.

Campus Ecuador SchlafräumeDie Zimmer sind jeweils mit 2 Doppelstockbetten und ein paar Regalen ausgestattet. Auch hier wurde Platz zwischen dem Dach und den Wänden gelassen, damit die Tierwelt nicht gestört wird. Zum Glück wurden sehr eng gewebte Moskitonetze eingesetzt, sodass wir trotzdem vor Mücke und allerlei Getier geschützt waren. Über einen langen Steg erreicht man den Sanitär-Trakt, der fast westlichen Standards entspricht. Wir mussten weder auf richtige Toiletten noch auf fließend Wasser verzichten. Lediglich die Wassertemperatur war für uns Warmduscher gewöhnungsbedürftig.

Am Abend unserer Ankunft wurden wir mit einem Begrüßungsritual willkommen geheißen. Zahlreiche Stammesangehörige haben sich im offenen Teil der Behausung versammelt. Neben einer Ansprache von Domingo Peas wurden uns zahlreiche traditionelle Tänze, Gesänge und Riten gezeigt.

Traditionellen Begrüßungsgetränk ChichaNatürlich durfte zu Begrüßung die Chicha nicht fehlen. Für das sehr gewöhnungsbedürftige Begrüßungsgetränk werden verschiedene Pflanzenteile mit Speichel fermentiert, sodass ein geringer Alkoholanteil entsteht. Ist meiner Meinung nach genauso eklig wie es klingt, jedoch gebietet die Höflichkeit, dass man Chicha annimmt, wenn man es von den Frauen des Dorfes angeboten bekommt. Also trinken und lächeln.
Der Rest der kulinarischen Verpflegung war zum Glück sehr lecker. In einem seperaten Küchengebäude, im gleichen Baustil wie unsere Unterkunft gehalten, bekamen wir leckere Köstlichkeiten der traditionellen Shuar Küche angeboten. Die Gerichte wurden angepasst, um unsere Europäischen Mägen nicht zu überfordern.

Mit Holger in der LaguneLagune im Dschungel Ecuadorin der Lagune: Shuar MädchenAbend gemütlich zusammensitzenLandebahn im Dschungel

3 thoughts on “Ausflug in den Dschungel – Zu Besuch bei den Shuar

  1. 2. Oktober 2013 at 12:09

    Eindrucksvoller Bericht einer wunderbaren Reise.
    Toll zu lesen!

  2. Gundel
    2. Oktober 2013 at 13:16

    Freut mich, dass er Ihnen gefällt. Das war wirklich ein sehr spannender Trip. Weitere Berichte und viele viele Bilder zu dem Thema werden folgen.

  3. Andre
    13. August 2014 at 20:47

    Spannende Story! Näher kann man nicht an den Locals dran sein. Super!

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