Jakobsweg Reiseplanung

Da für uns zusammengestellte Pauschalreisen nicht in Frage kommen, muss man für die Reiseplanung mehr Zeit einplanen. Gerade die etwas verrückten Trips, die nicht „von der Stange“ sind, fordern das Organisationstalent.

Für unseren bald anstehenden Sommerurlaub haben wir uns eine Mischung aus Städtereise und Jakobsweg in den Kopf gesetzt – ein Spagat, der gar nicht so einfach ist.

Dass wir ein paar Tage in Paris verbringen möchten, war schnell klar. Nun hatten wir noch keine richtige Idee, was wir mit den restlichen Tagen in Frankreich anfangen wollen – Möglichkeiten gibt es ja genug.

Ausgerechnet ein Film brachte uns auf die Idee – der Film „Wild“ hat uns derart für eine Langstreckenwanderung begeistert, dass wir uns spontan für eine mehrtätige Wanderung auf dem Jakobsweg entschieden haben. Durch Frankreich verlaufen vier wichtige Jakobswege und nach einiger Recherche haben wir uns für die Via Tolosana entschieden.

Via Tolosana in Frankreich Pilgern Jakobsweg

Projekt Jakobsweg – unser Reiseplan

Von Berlin aus fliegen wir nach Paris. Hier verbringen wir zwei volle Sightseeing Tage, wobei ich die Touristenattraktionen gern meiden möchte und stattdessen versuchen möchte, einfach das Pariser Flair zu genießen. Anschließend fliegen wir von Paris nach Montpellier und verbringen hier einen weiteren Tag mit Sehenswürdigkeiten.

Nun beginnt unsere Wanderung: geplant war, von Montpellier nach Toulouse zu wandern. Die Strecke von ca. 230 Kilometern ist jedoch etwas lang für die uns zur Verfügung stehenden 8 Tage. Nach langer Recherche in unserem Pilgerführer haben wir uns entschieden, von Montpellier via Mitfahrgelegenheit nach Boissezon zu fahren und von dort nach Toulouse zu wandern. Dadurch haben wir ein wenig Zeit, uns die Städte Montpellier und Toulouse anzusehen.

Via Tolosana: Jakobsweg-Wanderung Route im Überblick

Wanderetappen Jakobsweg Frankreich Via Tolosana von Montpellier nach Toulouse

Tag 1 – 15 Kilometer, 270 Höhenmeter
Mit der Mitfahrgelegenheit morgens nach Boisserzon, anschließende Wanderung nach Castres

Tag 2 – 21 Kilometer, 300 Höhenmeter
Von Castres nach Dourgne

Tag 3 – 31 Kilometer, 100 Höhenmeter
Von Dourgne über Revel bis nach La Casses. Der Pilgerführt sieht hierfür zwei Tagesetappen vor, da die Strecke jedoch gut begehbar sein soll, legen wir zwei Etappen zusammen.

Tag 4 – 18 Kilometer, 120 Höhenmeter
Von La Casses nach Le Moulin de Naurouze

Tag 5 – 24 Kilometer, 100 Höhenmeter
Von Le Mouling de Naurouze über Villenfranche-de-Lauragais nach Baziége. Wiederrum sieht der Pilgerführer 2 Tagesetappen vor. Die Route verläuft jedoch absolut eben und gut ausgebaut an einem Fluss entlang, weswegen wir planen, beide Touren auf einen Tag zu legen.

Tag 6 – 26 Kilometer, 0 Höhenmeter
Von Baziége nach Toulouse

Die Wanderetappen selbst scheinen recht angenehm und einfach zu sein. Da dies aber unsere erste Langstreckenwanderung ist und wir zudem unsere gesamte Zelt-Ausrüstung tragen, sehen wir dies als Test-Lauf. Sollten wir – wie erwartet – viel Freude an diesem Trip haben, planen wir, eine längere Strecke auf dem Jakobsweg zu laufen.

Warum Jakobsweg laufen? Gründe für das Pilgern

Eigentlich ist es falsch, von DEM Jakobsweg zu sprechen. In Wahrheit führen zahlreiche etablierte Jakobswege durch Europa. Sie alle haben Santiago de Compostella – einem der wichtigsten Wallfahrtorte der Christenheit – in Spanien zum Ziel. In christlicher Vergangenheit wurden Pilgern durch eine Pilgerreise Sünden vergeben und manche Vergehen konnten nur mit einer Pilgerreise nach Santiago de Compostella gesühnt werden. Auch heute begeben sich viele aus religiösen Gründen auf die Wanderung zum Grabe des heiligen Jakobs. Doch auch nicht religiöse Pilgern gehen den beschwerlichen Weg – auf der Suche nach sich selbst oder vielleicht dem Sinn des Lebens.

Ich muss sagen, für uns war die Entscheidung für den Jakobsweg keine spirituelle, sondern vielmehr eine praktische: der gut ausgeschilderte und ausgebaute Weg hat im Vergleich zu anderen Wanderwegen eine sehr gute Infrastruktur. Er wird von ausreichend Wasserstellen und Pilgerherbergen gesäumt. Zudem findet man sehr gute Informationsliteratur, in denen die lange Wanderung in sinnvolle Etappen gegliedert wird und dem willigen Wanderer nützliche Informationen gegeben werden.

Es ist also eher Zufall, dass wir den Jakobsweg gehen, doch wer weiß, wie wir das am Ende unserer kurzen Pilgerreise sehen.

Reiseplanung Jakobsweg: Genutzte Apps und Informationsquellen

Aufgrund mangelnder Sprach- und Ortskenntnisse habe ich mich bei der Planung dieser Reise vergleichsweise schwergetan. Doch zum Glück gibt es zahlreiche Hilfsmittel, die ich euch hier kurz vorstellen möchte:

Reiseplanung Jakobsweg – Transport

App von GoEuro zum Vergleich verschiedener Transportmittel

Zunächst stand die Frage nach der Anreise nach Paris – denn Flugzeug, Bus und Bahn sind hier gute Möglichkeiten. Statt sich die Finger wund zu tippen, habe ich auf den Möbilitätsvergleich von GoEuro zurückgegriffen. In der App kann man recht simpel Start und Ziel sowie Reisedaten und Anzahl der Reisenden eingeben und bekommt übersichtlich die Möglichkeiten der verschiedenen Transportmittel miteinander verglichen. Das finde ich wirklich für eine erste Inspiration und vor allem dem Vergleich von Alternativen sehr nützlich. Innerhalb weniger Momente werden tagaktuelle Preise der Fernbusse, Airlines und Zugverbindungen angezeigt. Die App gibt es kostenlos für iOS und Android.

Sehr nützlich finde ich, dass man einzelne Verbindungen speichern kann. Besser noch wäre es, wenn diese gespeicherten Reisepläne sich später automatisch im Preis aktualisieren würden. Buchen konnte ich über die App leider nicht, da sie mich immer ausschließlich auf die französische Webseite der Anbieter weitergeleitet hat und meine mangelnden Französischkenntnisse dafür einfach nicht ausreichen. Gebucht habe ich am Ende über die Webseiten der einzelnen Anbieter, aber zur Information war die GoEuro App für mich sehr nützlich.

Reiseplanung Jakobsweg – Unterkünfte

Während unserer Wanderung wollen wir hauptsächlich zelten – nicht umsonst schleppen wir ja das ganze Equipment mit. Sollte uns das Wetter oder der übermächtige Wunsch nach einer Dusche doch mal in eine Herberge zwingen, werden wir uns hauptsächlich an die Empfehlungen aus dem Pilgerführer halten. Spezielle Herbergen für Pilger sind nämlich unter Vorlage des offiziellen und regelmäßig abgestempelten Pilgerausweises besonders günstig, wenn auch zumeist nicht besonders toll.

Aber vor allem in Paris muss natürlich ein Hotel her und auch für unsere Wander Start-und Endpunkte Montpellier und Toulouse benötigen wir eine Unterkunft.  Dafür habe ich – wie immer – die Website Booking.com zum Vergleich genutzt. Bei Booking gefallen mir vor allem die zahlreichen Filtermöglichkeiten, denn in Paris war unser wichtigster Filter definitiv der nach dem günstigsten Preis. Zudem lohnt es sich als Viel-Reisender einer Plattform treu zu bleiben. Ich habe schon seit einem Jahr den Genius-Status bei Booking erreicht, wodurch ich häufig Preisnachlässe und Zusatzleistungen bekomme.

Reiseplanung Jakobsweg – Reiseroute

Wanderführer Jakobsweg

Eine erste Inspiration zur Routenwahl habe ich mir zunächst online geholt. Eine sehr nützliche Informationsquelle für Langstreckenwanderungen ist die Webseite fernwege.de

Hier erhaltet ihr neben vielen Informationen vor allem übersichtliche Etappen-Pläne allerlei Wanderungen durch ganz Europa. Die Infos zur Via Tolosana findet ihr hier.

Die Webseite Werner Kräutler hat mir zudem viele nützliche Infos geliefert – er ist den Jakobsweg über die Via Tolosana gepilgert und schildert auf seinem Blog seine Erfahrungen und Eindrücke und zeigt anhand vieler Bilder, wie wunderschön eine Pilgerreise sein kann.

Nachdem die Wunsch-Route ausgewählt ist, führt kein Weg an einem ordentlichen Pilgerführer vorbei. Wir haben uns für den Wanderführer aus dem Stein Verlag entschieden: Aus der Reise Outdoor, der Weg ist das Ziel „Frankreich: Jakobsweg GR653 – Via Tolosana“

Das handliche Buch kann man für 14,90€ online kaufen. Es enthält sehr viele generelle Tipps sowie detaillierte Wegbeschreibungen der einzelnen Etappen. Sehr nützlich finde ich die Hinweise auf Wasserstellen und die Beschreibung der verschiedenen Herbergen.

Nun, da die Reise schon sehr detailliert geplant ist, ist die Vorfreude kaum noch zu bremsen. In zwei Wochen geht es schon los – dann startet unsere Pilgerreise.

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