Pannen unterwegs – Regenzeit am Supermarkt

Wenn man die Berichte der zahlreichen Reiseblogger so liest, kann man schnell neidisch werden. So tolle Strände, so tolle Berge, so viel Freizeit. Dass aber auf Reisen längst nicht alles eitel Sonnenschein ist, soll euch diese kleine Reihe mit Pannen auf Reisen zeigen.

Heute erzählt der Radreise-Nerd Raimund von einem feucht-fröhlichem Zwischenfall unterwegs.

Regenzeit am Supermarkt – Pannen auf Reisen

2014 waren wir mit unseren Reiserädern für 7 Monate auf den britischen Inseln unterwegs. Und auf die berüchtigten Wetter-Kapriolen, insbesondere in Irland, waren wir vorbereitet. Wir hatten ein sturmerprobtes Zelt, gute Regenkleidung, Kälteschutz und Sonnenschutz im Gepäck. Doch so sehr man sich als Reiseradler auch bemüht, irgendwann erwischt es einen dann doch: man gerät in eine Wetter-Situation, die man vielleicht lieber gegen einen Plattfuß getauscht hätte. Was ist uns passiert?

Radreise-Großbritannien-Wetter

Auf unserem Weg entlang der irischen Küste fuhren wir in Donegal einen größeren Supermarkt an, um unsere Lebensmittel-Vorräte wieder aufzufüllen, denn wir waren ziemlich leergefahren. An diesem Tag war es sehr schwül und ein Gewitter lag in der Luft. Da suchten wir am Supermarkt vorsichtshalber direkt einen Stellplatz für unsere Räder, der ausreichend überdacht war. Denn nach einem größeren Einkauf nimmt das Umfüllen aus den schweren Gläsern in unsere leichten Kunststoffbehälter sowie das Verpacken aller Lebensmittel immer einige Zeit in Anspruch; da wollten wir nicht das Risiko eingehen, von einem Regenschauer überrascht zu werden.

Natürlich zu viel gekauftUnd es erwies sich als richtige Entscheidung. Denn kaum waren wir mit unseren Einkaufstüten wieder an den Rädern angekommen, begann es von jetzt auf die nächste Sekunde zu schütten wie aus Eimern, begleitet durch Blitz, Donner und heftige Windböen. Gut geschützt durch das Vordach, öffneten wir unsere Packtaschen und holten unsere Plastikdosen hervor, um mit dem üblichen Prozedere zu beginnen: Erdnussbutter und Nescafe umfüllen, die Müslitüten auf die Packtaschen verteilen, usw. Schnell stellten wir fest, dass wir mal wieder zu viel eingekauft hatten für die kleinen Packtaschen und so beschlossen wir, zunächst einmal eine vorgezogene Abendmahlzeit einzubauen.Denn was man verzehrt hat, muss man nicht mehr einpacken. Also erst einmal alles an den Rädern stehen und liegen lassen, Besteck und Teekanne raus, 5 Meter weiter eine Bank als Tisch nutzen und … Guten Appetit!  War irgendwie urgemütlich, so entspannt im Trockenen unter einem Vordach dem Gewitter zuzuschauen und dabei Fisch, Reissalat, Joghurt und Scones zu genießen.

Plötzlich riss uns ein Höllenlärm aus diesem süßen Traum und unser Blick suchte reflexartig die Lärmquelle. Mit Entsetzen sahen wir, wie ein Wasserstrahl, so mächtig wie aus einem Feuerwehr-C-Rohr, von oben direkt auf den gesamten Berg unserer gerade gekauften Lebensmittel und die noch offenen Gefäße niederprasselte. Unsere Räder mit den offenen Packtaschen standen unmittelbar daneben. Was war passiert? Das Regenfallrohr zur Entwässerung der Dachrinne war aus seiner Verankerung gerissen und somit ergoss sich das gesamte, angestaute Wasser vom Dach des Supermarktes genau auf unsere Lebensmittel. In Windeseile versuchten wir, alles in Sicherheit zu bringen. Natürlich blieb überhaupt keine Zeit, um vorher die wasserdichte Regenkleidung anzuziehen. Dementsprechend sah ich danach auch aus: wie nach einem Ritt durch die Niagara-Fälle.

Ausrüstung: Packtaschen

So sehen Raimunds Packtaschen im trockenen Zustand aus…

Dann folgte das Trockenlegen: Handtuch raus, alles abtrocknen und akribisch prüfen, ob und wo Wasser eingedrungen war.  Gott sei Dank blieb der Inhalt unserer Packtaschen halbwegs trocken. Das wäre der Gau gewesen. Die meisten Lebensmittel hatten alles gut überstanden und mit den gefluteten Dingen konnten wir irgendwie umgehen. Als wir das Gröbste geschafft hatten, nahmen wir auch wieder unser Umfeld wahr: da standen ungefähr 50 Kunden mit erstarrten Gesichtern, die Blicke auf uns gerichtet, unter dem Vordach am Haupteingang des Supermarktes ungefähr 20 Meter von uns entfernt und waren Zeugen dieser ungewöhnlich dramatischen Lebensmittel-Rettungsaktion geworden. Für die war das Gewitter nur noch Nebensache. Leider hatten wir in der Hektik völlig vergessen, das Ganze fotografisch festzuhalten. Doch wir selber haben das abgerissene Regenfallrohr und die Flutung unserer Lebensmittel so klar vor Augen, als wäre es eben erst passiert. Diesen Anblick vergisst man so schnell nicht. Und wir untersuchen seit dem sehr intensiv die Entwässerungssysteme der Einkaufsläden, bevor wir einen Stellplatz für unsere Räder wählen.

Auch bei Fahrradreisen geht mal was schiefAuf Raimunds Webseite  fahrrad-abenteuer-reisen.de geht es sportlich zu. Hier findet ihr informative und lustige Berichte über Wasserwanderungen, Hiking-Trips und das Klettern. Schwerpunkt der Seite ist (wer hätte es bei dem Namen nicht erraten) das Fahrradfahren. Besonders beeindruckend finde ich seine Schilderungen einer 7 monatigen Radreise.

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