Norwegens Wanderwege – was ihr wissen müsst

Herrliche Landschaft fürs Wandern

Norwegen ist ein Paradies für Outdoorfans und Naturliebhaber. Der landschaftliche Reiz entsteht unter anderem durch den Kontrast von tiefgrünen Wäldern, kargen Gipfeln und der von Fjorden zerklüfteten Küste. Es ist nicht selten, dass man auf einer Wanderung alle drei Naturschönheiten mit einem Blick genießen kann. Das dünn besiedelte Land bietet schier endlose Freizeitaktivitäten im Outdoor-Bereich. Neben Angeln, Klettern und Fahrradfahren gehört eben auch das Wandern in Norwegen zur Freizeitbeschäftigung Nummer eins. So breit das Angebot an gut ausgeschilderten Wanderwegen auch ist, so wichtig bleibt eine gute Vorbereitung des Wanderurlaubs. Denn Wandern in Norwegen ist nicht vergleichbar mit dem, was wir zum Beispiel in Thüringen von Wandertouren gewohnt sind.

Klassifizierung der Wanderwege

Informationen zu Wanderwegen in Norwegen

Sowohl internationale Wanderführer als auch die Materialien der einheimischen Touristenverbände klassifizieren die Wanderrouten in Norwegen mit den gewohnten Farbcodes von blau, rot und schwarz. Besonders einfache Wanderrungen – die wir eher als Spaziergang empfinden würden – werden grün gekennzeichnet.

Wie man es auch von Skipisten gewohnt ist, werden einfache Wanderrungen blau markiert, sie beinhalten weniger als 600 Höhenmeter und sind kürzer als 10 Kilometer.

Rot markierte Touren werden nur erfahrenen Wanderern empfohlen, sie können bis zu 1.000 Höhenmeter beinhalten und dabei bis zu 20 Kilometer lang sein. Sehr gute Ausdauer und eine gute und erprobte Ausrüstung sind für rote Wanderrungen dringend erforderlich.

Schwarze Touren sollten nur von erfahrenen Bergwanderern in Angriff genommen werden. Sie erfordern neben sehr guter Ausdauer und Ausrüstung zusätzlich Erfahrung im „Umgang mit Karte und Kompass“.

So gewohnt die Klassifizierung an sich auch ist, wir sind es gewohnt, dass Wanderrungen anders eingeordnet werden. Die Wanderrungen sind aus unserer Sicht zu  niedrig klassifiziert, soll heißen, dass auch blau eingestufte Wanderrungen teilweise sehr schwierige Teilstrecken hatten und so manche rote Tour eigentlich ein Klettersteig und keine Wanderung war.

Ich war anfänglich eher amüsiert, über die kurzen Wanderrungen die wir geplant hatten. Kaum eine Tour überschritt die 10 Kilometer-Marke. Trotzdem waren wir den ganzen Tag mit kurzen Wanderungen beschäftigt, die uns durchaus gefordert haben. Der sonst gewohnte Schnitt von mindestens vier Kilometern in der Stunde ist hier definitiv nicht einzuhalten!

Deswegen mein Hinweis: bitte Vorsicht bei der Planung der Wanderrungen. Eine ehrliche und kritische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten ist essentiell. Und es ist keine Schande eine Tour abzubrechen.

Ausrüstung und Wetter

Ausrüstung Wandern Norwegen

Das Wetter in Norwegen ist sehr wechselhaft. Auch wenn man eine Wanderung bei strahlemden Sonnenschein und Windstille beginnt, gehört die volle Ausrüstung in den Wanderrucksack. Innerhalb weniger Minuten kann sich das tolle Wetter in ein ausgewachsenes Gewitter wandeln, wir selbst haben dies auf Touren mehrfach erlebt.

Neben starkem Regen ist es vor allem extremer Wind, der Wanderrungen zu echten Herausforderungen machen kann. Die Böen auf dem Preikestolen waren die extremsten, die ich jemals erlebt habe. Doch auch auf anderen Wanderrungen hat uns die Kraft des Windes durchaus überrascht.

In jeden Wanderrucksack gehört MINDESTENS eine sehr gute Regenjacke, ein warmer Pullover, ein Windbreaker, eine winddichte Mütze, ein Tuch oder Buffy. Außerdem sollten Verbandsmaterialien, Tape und Schmerztabletten nicht fehlen. Aus eigenen leidiger Erfahrung muss ich zugeben, dass auch erfahrene Wanderer schnell umknicken. Ausreichend Wasser und Verpflegung sind selbstverständlich. Zusätzlich empfehlen sich dünne Handschuhe und auf jeden Fall Wanderstöcke. Auch wenn ich persönlich gar kein Fan von Stöcken bin, sind sie im unwegsamen Gelände der norwegischen Bergwelt sehr sinnvoll.

Das Wichtigste sind selbstverständlich gute Wanderschuhe. Obwohl alle sechs Mitglieder unserer Wandertruppe gut erprobte Markenschuhe getragen haben, konnten sich nur drei über trockene Füße freuen. Die sehr nassen und matschigen Untergründe sind eher morastig und moorig und eine echte Härteprüfung für jeden Wanderschuh, meine Meidl haben leider versagt, die müssen jetzt ausgetauscht werden. Da viele – auch einfach klassifizierte – Wanderwege über Stock und Stein führen, empfehlen sich Bergschuhe.

Bei allen Wanderungen in Norwegen ist ein ernsthafter Respekt vor der Natur und der Gewalt des Wetters unabdingbar. Auch eine ehrliche Einschätzung der eigenen Kondition und Erfahrung gehört zu einem sicheren Wanderurlaub zwingend dazu. Wer gut informiert ist, seine Routen gut geplant hat und mit der richtigen Ausrüstung und genügend Erfahrung in Norwegens Bergwelt aufbricht, wird von der Schönheit des Landes überwältigt sein.

Hinweise zu Wanderwegen in Norwegen

 

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