Mit Thoringi unter die Dusche – Ausrüstungstest Xtrem

Wie man die Wasserfestigkeit der Wanderausrüstung bei strahlendem Sonnenschein testet…

Eine neue Wanderhose und eine Windbreaker Weste sind in den letzten Monaten zu meiner Wanderausrüstung hinzugekommen. Gerade die Weste ist mittlerweile zu einem fast täglichen Begleiter geworden, ich liebe sie. Doch gerade wo ich mich hinsetzen und einen Ausrüstungstest schreiben möchte, fällt mir auf:

Ich bin offensichtlich ein Weichei. Ein Sonnenschein-Wanderer. Schande!

Warum? Ich kann euch beim besten Willen keine Angaben zur Wasserfestigkeit dieser neuen Errungenschaften erzählen, ich habe sie bislang noch nicht bei starkem Regen getragen.

Ausrüstungstest Xtreme

Das geht natürlich gar nicht, ein ausgiebiger Ausrüstungstest bezüglich Wasserfestigkeit muss her. Und wenn wir schon mal dabei sind, werden auch noch weitere Teile meiner Wanderausrüstung auf den Prüfstand gestellt.

Nun bin ich voller Tatendrang und kann es kaum erwarten meine Ausrüstung bei Starkregen zu testen und was ist? Strahlender Sonnenschein. 30 Grad im Schatten. Kein Wölkchen am Himmel.

Also nichts mit Regen. Gut, Frau weiß sich ja zu helfen und da ich für euch keine Mühen scheue, ging es kurzerhand in voller Montur unter die Dusche, bei fehlendem Regen kann man ja nachhelfen. Sah dämlich aus, hat aber überraschende Erkenntnisse geliefert.

Mit unter die Dusche mussten:

Meine Meindl Alicante Wanderschuhe, meine neue North Face Wanderhose, die Mc Kinley Weste, die Jack Wolfskin Regenjacke und der Mammut Rucksack. Also eine heitere Marken-Mischung.

Damit man am Ende gut sieht, die dicht die Kleidung ist, habe ich eine graue Hose und ein graues Shirt darunter gezogen, darauf erkennt man Wasserflecken am einfachsten. Soweit zum Testaufbau und nun ab unter die Dusche. Wasser MARSCH!

Wie ich mich zum Deppen machte und mit voller Wanderausrüstung duschen ging:

Sollte das Video nicht richtig dargestellt werden, könnt ihr es euch hier ansehen.

Die Regenjacke versagt schon nach den ersten Sekunden

Schon nach den ersten Tropfen die auf mich herunter prasseln wird mir klar – es wäre doch deutlich sinnvoller gewesen die Kapuze der Regenjacke aufzusetzen. So aber läuft mir das Wasser ungehindert in den Nacken und ich bin binnen weniger Sekunden durchweicht. Ihr denkt jetzt: „wie doof kann man sein?“ und damit hab ihr vollkommen recht, so aber schied die Regenjacke unverdient bereits zu Anfang des Tests aus. Da mich die Jack Wolfskin Regenjacke schon viele Jahre begleitet kann ich euch aber versprechen – die ist dicht. Das funktioniert. Ist natürlich schade, dass mir so ein Fehler beim Test unterlaufen ist, aber es sind ja noch andere Ausrüstungsgegenstände im Rennen.

Die Wanderhose hält sich tapfer

Während ich also obenrum bereits vollkommen nass bin, auch die Weste hat bei der Wassermenge keine Chance, ist der Rest des Körpers immer noch angenehm trocken. Ich hatte ja erwartet, dass die Hose nur ganz leichten Regen abhält und das Wasser dann relativ schnell durchdrückt, aber weit gefehlt. Die North Face Wanderhose trotzt der Regendusche und hält mich einige Minuten vollkommen trocken. Dann fängt das Wasser doch an reinzulaufen, allerdings nicht durch den Stoff der Hose sondern von oben kommend durch den Bund. Da meine Regenjacke (ich wiederhole: UNVERDIENT) versagt hat tropft der Regen langsam aber sicher von oben in die Hose. Trotzdem bin ich von der Wasserfestigkeit der Wanderhose sehr positiv überrascht. Wie ihr am Ende des Videos sehen könnt, ist meine graue Stoffhose, die ich als Veranschaulichung nutze, größtenteils trocken. Lediglich hinten konnte etwas Wasser eindringen. Allerdings ist erkennbar, dass weder durch die Nähte der Hose noch durch den Stoff Wasser gedrungen ist. Die Northface Wanderhose ist also ein guter Begleiter

Die Wanderschuhe trotzen dem Regen

Dass meine Meindl Wanderschuhe einiges an Wasser aushalten, konnte ich schon bei einigen Wanderungen unter Beweis stellen. Schon als wir bei der Tour Levada Ribeira De Janela mehrere Wasserfälle passieren mussten, haben sich die Meindl Wanderschuhe ausgezeichnet. Dass die Alicante allerdings so starkem (fake)-Regen trotzen und dass über immerhin 7 Minuten hätte ich nicht erwartet. Nicht mal ansatzweise ist Wasser in die Schuhe eingedrungen, was wiederrum auch für die Wanderhose spricht, die ein einlaufen von oben erfolgreich verhindert hat. Am Ende des Tests waren meine Socken vollkommen trocken und meine Wanderschuhe endlich mal wieder richtig sauber.

Wassertest bestanden: Wanderschuhe

Auch der Rucksack hält dank Regencape dicht

Nun kommen wir zum Nirvana Element Mammut Wanderrucksack. Diesen habe ich für den Test natürlich mit einem Regencape versehen, welches den Rucksack schützen sollte. Selbstverständlich sind nicht vom Cape bedeckte Teile wie Träger und Gurte vollkommen nass, aber das ist ja nicht so schlimm. Das Cape konnte den Rucksack nicht vollständig vor Wasser schützen. Die Oberfläche ist feucht, aber nicht durchnässt. Vor allem an den Nähten und Reisverschlüssen ist der Stoff deutlich dunkle und ich befürchte schon, dass Regen ins Rucksackinnere eingedrungen ist. Um zu prüfen, ob der Rucksack-Inhalt vor Wasser geschützt werden konnte habe ich in jedes Fach ein Taschentuch gelegt. Ergebnis: alle Taschentücher sind vollkommen trocken, sogar im äußersten Fach, welches ja den meisten Regen direkt abbekommen hat, konnte keine Nässe in den Wanderrucksack kommen. Also auch hier den Test bestanden und qualifiziert für die nächste nasse Levada Wanderung.

Wer sich über die, wie ich finde eher unvorteilhaften, Aufnahmen von schräg unten wundert, diese hat uns unsere Go Pro geliefert. Schön verpackt im durchsichtigen Plastik-Case hat auch diese Kamera unsere gemeinsame Dusche heil überstanden.

Wasserfestigkeit des mammut Rucksacks bewiesen

Fazit des Thoringi Xtreme Tests

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meiner Wanderausrüstung. Einen so starken Guss mehrere Minuten zu überstehen ist doch ein gutes Ergebnis. Dass die Regenjacke so schnell versagte ist natürlich meine Schuld, die beste Ausrüstung schützt halt vor Dummheit nicht.

Sehr zufrieden war ich mit den Wanderschuhen, die hätten wahrscheinlich auch noch eine halbe Stunde länger durchgehalten ohne auch nur einen Wassertropfen durchzulassen. Auch die Wanderhose hat mich mehr als überrascht, damit bin ich definitiv gut gerüstet, wenn mich mal ein Regenguss unterwegs überrascht.

Wanderschuhe, Hose und der Rucksack haben den Xtreme Test by Thoringi mit Bravour bestanden. Regenjacke und Weste sind aufgrund menschlichen Versagens ausgeschieden, der Test wird später nachgeholt. Ich berichte dann.

Profilbild Thoringi Das war ein verrückter Ausrüstungstest von . Habt ihr andere Erfahrungen mit den getesteten Produkten gemacht oder andere Ideen für weitere verrückte Ausrüstungstests? Dann schreibt mir, ich freue mich auf eure Kommentare!

 

 

Mit der Wanderausrüstrung unter die DuscheAusrüstungstest Wasserfestigkeit der Wanderausrüstung

3 thoughts on “Mit Thoringi unter die Dusche – Ausrüstungstest Xtrem

  1. 6. August 2014 at 12:40

    Da hast du wirklich ein wenig „Pech“ mit deinem Jackentest gehabt 😉 Aber ich finde Jacken sind das größte Problem, wenn es um Regendichtigkeit geht. Wie du zeigst, kann man über den Rucksack ein Cape ziehen. Ähnlich sieht es mit der Hose aus – da gibt es Regenhosen, die absolut dicht sind und man richtig toll drinnen schwitzt. Die Schuhe halten auch einiges durch und wenn die mal nass sind, ist das halb so schlimm (außer es geht im Urlaub unter Null).

    Ich finde, die ganzen modernen Jacken taugen nicht viel. Ich habe mir eine Mammut Extreme aufschwatzen lassen (für einen extrem guten Preis :) ) und bin nicht zufrieden. Wie auch mit meiner Haglöfs Spitz nicht, die ich davor hatte. Die achso tollen getapten Reißverschlüsse sind die größten Schwachstellen. Nach gut einem Jahr lösst sich das Tape so langsam aber sicher auf und die Reißverschlüsse liegen frei… Das Tape hält einer normalen Nutzung nicht stand. Wie ist das bei dir bzw. wie sind da deine Erfahrungen?

  2. Ralf
    9. November 2014 at 12:06

    Grüß Dich Gundel!

    Bin über deinen GMX-Blog „Ein Tag im Garten Eden“ hier gelandet.
    Bin neugierig geworden, weil ich selbst so ein Waldläufer bin und weil du auf dem Foto zwischen den Weinreben so schön getroffen bist.
    Auch dieser informative und vor allem „unterhaltsame“ Funktionstest ist sehr symphatisch.
    Aber die Kapuze macht natürlich den Unterschied, weil der Einlass am Kragen die Schwachstelle ist. So testen sie auch in den Prüflaboren.

    Aber mach ihn doch noch einmal. Ich seh und hör dir sehr gerne noch einmal dabei zu. 😉

    Jetzt werde ich mich noch ein wenig auf deiner sehr gut strukturierten und informativen Website schlau machen und dann bracuh ich auch noch ein wenig Auslauf.

    Liebe Grüße und Guden,

    Ralf

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