Madeira Urlaub 2013 – Reisebericht

Blick von Ferienhaus Terasse

06.02.2013

Direkt nach der Arbeit ging es los, schnell noch die Katze gefüttert und die Wohnung aufgeräumt. Dank des kostenlosen Zug zum Flug Tickets sollte meine Anreise zum Flughafen Berlin Schönefeld ganz gemütlich (und billig) werden. so zumindest die Theorie. Aber da auf die Deutsche Bahn nur in der Hinsicht verlass ist, dass man sich lieber nicht auf sie verlassen sollte, fing die Anreise schon im größten Chaos an. Da mein Zug Verspätung hatte, wurde mir bereits prophezeit, dass ich meinen Anschluss nicht erreichen würde. Blöd nur, wenn man einen Flug gleich am Morgen hat und auf den letzten Zug angewiesen ist. Nach reiflicher Überlegung habe ich dann aber doch beschlossen, nicht das Auto zu nehmen, da mir das im Dunkeln einfach zu stressig gewesen wäre. Außerdem hätte ich gar nicht gewusst, wo ich in Berlin hätte parken sollen. Also: no risk no fun und rein in den Zug. Nach den zahlreichen Versprechen der Zugbegleiterin, dass der Zug doch noch erreicht werden würde, ging es dann auch einiger maßen entspannt nach Berlin. Da man in Schönefeld nicht wirklich was machen kann, und auch die Läden in der Nacht geschlossen sind , habe ich mich für einen Zwischenstopp in Berlin City entschieden. Also habe ich mich mit Freunden auf einen (oder zwei) gemütliche Cocktails getroffen. So kann man die Zeit bis zum Abflug ja auch viel angenehmer verbringen als auf einer harten Bank am kalten nächtlichen Flughafen. Die nächste super Überraschung ( danke Deutsch Bahn) kam, als der einzige Flughafenexpress, welcher mich knapp vor Check in nach Schönefeld bringen sollte, gecancelt wurde. Grund unbekannt, in dem Moment aber auch vollkommen egal. Bevor ich endgültig in Panik ausbrechen konnte, hatten meine Freunde die rettende Idee: Car-Sharing. Also haben wir uns schnell den nächsten verfügbaren Wagen gesucht und sind kurzerhand selbst zum Flughafen gebraust. Da man das Auto leider nicht am Flughafen stehen lassen kann, braucht man jemanden der einen fährt. So kam ich doch noch rechtzeitig an und musst auch gar nicht lange warten, bis es endlich losging. Das kam mir auch sehr gelegen, da ich mittlerweile schon knapp 24 Stunden wach war und entsprechend müde. Den Start und den größten Teil des Fluges habe ich dann auch erwartungsgemäß verschlafen.

07.02.2013
Eine volle halbe Stunde früher als geplant sind wir dann in Funchal gelandet. Sehr schön fand ich, dass der Flieger eine Kamera im Cockpit hatte und man von seinem Bildschirm aus die gesamt Landung aus Sicht der Piloten verfolgen konnte. Das habe ich so auch noch nicht gesehen und es war eine interessante Perspektive. Madeira hat mich nicht, wie ersehnt, mit strahlendem Sonnenschein sondern mit einer geschlossenen Wolkendecke begrüßt. Nach dem ungemütlichen Wetter in Deutschland waren aber auch die 16 Grad sehr angenehm. Direkt vom Flughafen ging es mit dem Mietwagen nach Funchal, ein wenig bummeln gehen. Nach dem langen Sitzen im Flieger war es eine Wohltat, endlich mal die Beine vertreten zu können. Auf dem Weg in unser tolles Ferienhaus haben wir noch einen Zwischenstopp im besten Restaurant in Funchal eingelegt. Hier bekommt man einfach die besten traditionellen Rindfleischspieße. Nach dem eher unappetitlichen Frühstück im Flieger genau das Richtige!
Mittlerweile hatten sich auch die meisten Wolken verzogen und ich konnte die ersten Sonnenstrahlen des Jahres genießen. Unser Ferienhaus ist in Jardim do Mar. Das kleine Dörfchen ist sehr gepflegt und sauber, außerdem gibt es hier kaum Touristen, was sehr angenehm ist. Da der Ort eine Autofreie Zone ist, haben wir den kleinen Mietwagen am Ortsrand abgestellt und sind die paar Meter bis zum haus gelaufen. Die schöne Finca liegt auf einem kleinen Feldvorsprung direkt über dem Atlantik, die Aussicht ist einfach atemberaubend. Als ich die sonnenüberflutete Terrasse gesehen habe, konnte ich mir einen gemütlichen Mittagsschlaf einfach nicht verkneifen. Also gab es erst mal ein/ zwei Stunden Ruhe, das Rauschen des Atlantiks ist das einzige Geräusch in diesem Paradies. Ausgeruht ging es dann erst mal auf Entdeckungstour durch das kleine Örtchen. Ich habe natürlich den Vorteil, dass Mama und Uwe schon seit 4 Wochen hier sind und alle Insider Tipps kennen. So hat es uns dann in Joes Bar verschlagen, eine sehr gemütliche und rustikale Kneipe in der nur Einheimische ihren Feierabend genießen. Nach der einen oder anderen Flasche guten Hausweins mussten wir dann aber dem anstrengenden Tag Tribut zollen und sind kaputt aber sehr zufrieden ins Bett.

08.02.2013

Mit blauem Himmel und klarem Sonnenschein zieht es auch die größten Langschläfer bald aus dem Bett. Nach einem ausgiebigen Frühstück auf unserer göttlichen Terrasse haben wir die Wanderschuhe und Rucksäcke gepackt und sind auf zur ersten Llevada Wanderung. Unser Ziel war eine gemütliche Levade entlang der Berge. Obwohl es bei uns in Jardim do Mar sehr warm war, herrschte dort ober ein ganz anderes Klima. Bei gerade mal 12 Grad haben wir uns wetterfest eingepackt und uns auf den Weg gemacht. Nach knapp einer Stunde mussten wir jedoch umkehren, die Wolken zogen über den Berg und das Wetter war dabei umzuschlagen. Das war uns auf den schmalen Levade Wegen dann doch zu gefährlich und wir sind zur Llevada Nova gefahren. Hier war es deutlich wärmer und weniger windig und wir haben eine schöne 3 stündige Tour gemacht. Da wir am Abend den Grill anschmeißen wollten sind wir noch schnell ein wenig einkaufen gefahren und dann zurück zu unserer Finca. Das Haus hat eine sehr schöne Sommerküche, in einer geschützten Ecke, von gemütlichen Mauern umgeben kann sehr schön sitzen. Da wir keine Holzvorräte haben, sind wir noch Zapfen sammeln gegangen. Diese brennen überraschend gut und geben auch viel Wärme ab. Außerdem sieht es einfach toll aus, wenn sie langsam im Feuer verglühen. Trotz großem Hunger mussten wir feststellen, dass unsere Thüringer Bratwürste hier einfach nicht so gut schmecken wie zuhause, passt wohl einfach nicht hierher. Den Rest des Abends haben wir beim gemütlichen Kartenspiel ausklingen lassen.

09.02.2013

Heute ist der große Karnevals Umzug in Funchal. Ich bin ja eigentlich gar kein Faschingsmensch und das ständige “Helau” geht mir ziemlich auf die Nerven in Deutschland. Aber hier soll es ganz anders sein, also haben wir uns bereits mittags auf den Weg nach Funchal gemacht. Leider hatten die meisten Geschäfte am Samstag schon sehr früh geschlossen, sodass unsere geplante Shopping Tour eher kurz ausfiel. In der tollen Markthalle haben wir jedoch viel Zeit zugebracht, es ist einfach ein beindruckendes Schauspiel den Menschen beim Handeln zuzusehen. Auch die vielen Farben der mir zum größten Teil unbekannten Früchte und Gewürze faszinieren mich. Nach einem gemütlichen Mittagessen sind wir einfach durch die Gässchen geschlendert und haben einen kleinen Trödelmarkt gefunden. Da wir nicht nur in Deutschland große Flohmarktfans sind, hatten wir viel Spaß beim durchstöbern der Auslagen. Im Park oberhalb des Hafens haben wir uns dann ein paar Stunden Ruhe gegönnt und einfach auf einer Parkbank gelesen. Das Auslaufen der AIDA haben wir dann leider  nicht mehr gesehen, weil wir  bereits wieder unterwegs waren. Im Supermarkt haben wir uns mit frischen Baguette, Käse und Wein eingedeckt und uns auf den Weg zum Umzug gemacht. Da wir sehr früh dran waren, haben wir tolle Plätze in der ersten Reihe bekommen. Unser behelfsmäßiges Abendbrot hat bei der tollen Stimmung auf der Straße besonders gut geschmeckt. Der Faschingsumzug sollte um neun anfangen, aber auf den ersten Wagen mussten wir sehr lang warten. Kurz vor zehn war es dann soweit und ein schier endloser Zug prächtiger Wagen und glamouröser Tänzer feierte an uns vorbei. Die Kostüme waren sehr aufwändig und uns haben die Mädeln in den halsbrecherischen High Heels und den kiloschweren Kostümen manchmal leider getan. Aber die Stimmung war einfach klasse, eine zweistündige Feier mit exotischer Musik und extatischen Menschen. Ziemlich kaputt haben wir uns um Mitternacht zum Auto gemacht. Da wir ja besonders clever sind, und auf dem 5. Parkdeck direkt am Ausgang geparkt hatten, brauchten wir auch nur 2 Minuten, bis wir uns auf den Heimweg machen konnten.

10.02.2013
Heute ist Sonntag und traditionell Ruhetag. Nach langem Schlafen und einem ausgiebigen Frühstück widmet sich jeder seinem Buch und genießt die Stille auf der Terrasse. Da es heute besonders warm und sonnig ist, habe ich mich ganz mutig in den Atlantik gestürzt. Naja, gestürzt ist etwas übertrieben, in Tippel Schritten und mit angehaltener Luft habe ich mich langsam vorgetastet. Eine hohe Welle hat dann aber das langsam ins Wasser steigen beendet und ich habe mich im herrlich kühlen Nass getummelt. Sehr zur Belustigung der Einheimischen, die ja der Meinung sind, dass es ein besonders kalter Winter (heute ca. 22 Grad) ist und die niemals jetzt ins Wasser gehen würden. mir hat es aber Spaß gemacht. Da die Wellen aber sehr kräftig waren habe ich mich bald wieder in Sicherheit gebracht. Da Madeira keine Sandstrände hat, sondern nur Felsenküsten war es mir bei dem Wellengang einfach zu gefährlich.

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