Landung in der Normandie – Kunsttour die III

Am Freitag, den 13., sind wir mit der Fähre von Dover nach Calais gefahren und obwohl ein mächtiger Sturm und Wellengang war, ist alles gut gegangen. In Frankreich hat uns Regen empfangen und so wurden die Besichtigungen der Kriegsschauplätze und Bunker aus der Zeit des 2.Weltkrieges ein ganz schöner Kampf gegen die Naturgewalten. Unsere erste Übernachtung war das Schloß Castle des Angnes in Wailly-Beaucamp. Nach einer herzlichen Begrüßung durch die Hausverwalterin haben wir 3 (!) Zimmer im Nordflügel bezogen. Völlig überzogen- wir haben die schweren Barockmöbel zusammengeschoben und einen herrlichen Eßplatz daraus gemacht für unsere landestypische Verpflegung aus dem Supermarkt. Das lieben wir sehr- Kerzen, Wein, ein Baquette, schöne Pate`und einen guten Käse. Die Stadt Armiens hat uns sehr beeindruckt, riesiger Dom und wunderschöne Altstadt. Erst am Abend haben wir von den Attentaten in Paris erfahren und waren sehr erschüttert. Wenn das Grauen so nah ist, fühlt es sich anders an.

Museum mit herrlichen Kunstwerken

Unser nächstes Ziel war die Stadt Compiegne, wo uns eine prächtige Schloßanlage mit vielen Kunstwerken erwartet hat. Nach unserer Übernachtung im Chateau de Auteuil haben wir nach einem göttlichen Frühstück durch den Schloßherren, einem Konsul,  eine kleine Privatführung durch die Gemächer bekommen. Besonders beeindruckt waren wir, als er eine Tür öffnete mit den Worten: und so hat das gesamte Schloß beim Kauf vor 12 Jahren ausgesehen… Eine totale Ruine- die Restaurierung der Kapelle, die noch aussteht, soll den Preis eines großen Einfamilienhauses haben. Dafür müsste selbst er noch ein bisschen sparen (oder vermieten :-D) Mitleid macht sich breit. Eine Frage stellt sich mir noch: Frankreich ist so ein hochentwickeltes Land, die haben Atomkraftwerke, bauen Autos und Flugzeuge- warum zum Teufel- wickeln sich diese Menschen nachts in eine Kombination Laken-Decke- Laken, die ständig verrutscht und deren Mittelteil an eine Pferdedecke aus dem ersten Weltkrieg erinnert? Aber das nur nebenbei….

Stuckdecke im Hotel

Am nächsten Abend eine ganz andere Überraschung- Übernachtung in der Villa du Chatelet in Choisy-au-Bac. Langes Klingeln an einer großen Torauffahrt, leider war unser Zimmer noch nicht fertig- warten im Salon bei klassischer Musik, und treuem Hund zu unseren Füßen. Die Hausherrin kam dann mit 4 (!) Kindern nach Hause und zeigte uns unser Reich. Einen Schlüssel gibt es nicht, wir sind Freunde des Hauses. Völlig neues Gefühl bei fremden Menschen…Dort entdecken wir einen Prospekt, der uns magisch anzieht. Das Schloß Chantille. Obwohl die Fahrt dahin recht weit ist und auch gefährlich (in allen Wäldern sind Treibjagden und uns läuft ein Hund direkt ins Auto), hat sich die Mühe gelohnt. Wir haben noch nie so etwas Traumhaftes gesehen- Kunstschätze pur perfekt in Szene gesetzt. Ich wollte gar nicht wieder weg dort.Deshalb war unsere Ankunft in Reims auch sehr spät. Aber wir haben es nicht bereut- außer der Krönungskirche der französischen Könige haben wir nicht so viel Spannendes an der Stadt gefunden. Doch- spätabends einen chinesischen Imbiss, wo es so leckere Hähnchenspieße gab- dafür könnte ich sterben. Unsere Übernachtung in Reims war ein 4-Sterne Hotel mit Pool, dass zwar alle  Etikette erfüllt hat (Auto wurde auf den Parkplatz gefahren, Betten aufgedeckt, Licht und Heizung abends angemacht), aber auch schon bessere Zeiten gesehen hatte.  Im Bad war ein wunderbar großer Schminkspiegel, den ich sehr gewürdigt habe. Auf unserer Fahrt über Land sind wir in  einer klitzekleinen Dorfbäckerei eingekehrt (weil wir uns das Frühstück im 4Sterne nicht leisten wollten mit 25 EUR/Person). Da hat Uwe festgestellt, dass die ca. 80 jährige Dame in der Bäckerei wahrscheinlich nicht diesen Spiegel hatte- der Lippenstift war – gelinde gesagt- etwas verrutscht. Das ist so Situationskomik- herrlich. Gerade sind wir in Nancy eingetroffen- unserer letzten Station in Frankreich. Morgen geht es wieder nach Belgien. Die Stadt ist schön und alt und groß und beeindruckend, aber heute hatten viele Museen zu. (komisch- am Dienstag). Deshalb haben wir uns treiben lassen- sehr berührt sind wir von den vielen Blumen, Kerzen und Bildern der jungen getötenen Leute auf öffentlichen Plätzen.

Leckeres Backwerk in Frankreich

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