Happybackpacker Anja im Interview

Anja Knorr im Thoringi InterviewWie hat das bei dir mit dem Reisebloggen angefangen?

Als ich angefangen hatte zu reisen, wusste ich noch nicht einmal das es so etwas wie Reiseblogs überhaupt gibt. Das war im Jahr 2000 und kurz nach meinem Abi zog es mich in die große weite Welt hinaus. Frankreich, UK, USA, Australien, Südamerika. Da gab es natürlich viel zu erzählen, wenn ich wieder daheim war und viele beschwerten sich, das ich mich nicht oft genug von unterwegs melden würde und doch mal über einen Blog nachdenken sollte. Doch wie erstellt man so einen Blog? Mein fehlendes Interesse und Wissen an allen mit einem Computer zusammenhängenden Dingen erschwerten mir den Start und nur ein Zufall auf meiner Arbeit in einem Berliner Startup half mir, dass aus einer Idee ein ausgewachsener Blog wurde.

Reiseblogs gibt es wie Sand am Meer – was glaubst du macht deinen so lesenswert?

Um ehrlich zu sein, frage ich mich das mittlerweile auch. Als ich angefangen habe, gab es kaum Reiseblogs oder zumindest hatte ich nichts davon gehört und mittlerweile gibt es so viele, dass man schon verdammt aufpassen muss, seine Leser nicht mit den immer gleichen Reisegeschichten zu langweilen. Ich will mich jedoch nicht davon abhängig machen und schreibe so, wie mir es in den Sinn kommt und hoffe, meine Leser mögen meinen Stil, meine Art des Reisens und meine Geschichten rund um das Surfen und Tauchen. Dabei kommt es mir nicht auf das Abhaken möglichst vieler Sehenswürdigkeiten an sondern um ein gewisses Lebensgefühl, das ich an bestimmten Orten hatte.

Was war bislang dein verrücktestes Erlebnis auf Reisen?

Oh das gibt es sicherlich einige und erst letzte Woche war ich in Rio de Janeiro und fuhr zum Sonnenuntergang rauf auf den Zuckerhut, obwohl sich am Horizont schon ein Gewitter zusammen braute. Binnen weniger Minuten fing es an in Strömen zu regnen und gewaltiges Donnergrummeln machte sich breit. Die Blitze erhellten den Himmel und die Seilbahn wurde gesperrt. Wir saßen oben auf dem Berg fest, nass bis auf die Haut und kauerten uns zusammen in einer Art Festsaal. Mehr als einmal schlug der Blitz mit lautem Getöse ein und ließ uns zusammenfahren. Wir harrten mehr als zwei Stunden auf dem Zuckerhut aus, es war dunkel und kalt, aber das Naturschauspiel war grandios. Die Jesus Christus Statue am Horizont leuchtete hell durch den dunklen Himmel und es wurden mehr als 40.000 Blitze gezählt an jenem Abend. Die Statue musste sogar eine Hand im Gewitter lassen und den Anblick des beeindruckenden Himmels über Rio de Janeiro werde ich nie vergessen.

Welche Reise war ein Griff ins Klo?

Ich weiß, viele Menschen lieben Neuseeland und ich habe noch nie jemanden getroffen, der es nicht gemocht hat, aber hey, ich hatte eine echt miese Zeit dort. Ich musste ein neues Visum beantragen, um wieder nach Australien einreisen zu dürfen und wegen der geografischen Nähe buchte ich mir einen Flug nach Neuseeland und wollte gleich ein paar Wochen das Land erkunden. Das war im März 2007 – Herbst. Die Temperaturen sollten angenehm sein und bestes Reisewetter. Wurde mir jedenfalls gesagt. Von meinen zwei Wochen dort, schien nur oben in den Bay of Islands für ein paar Tage die Sonnen. Der Rest ging in schweren Regenfällen unter. Dazu Gael Force Winde, die so stark bliesen, dass jeder Regenschirm außer Gefecht gesetzt wurde. Und an dem Tag, an dem ich das berühmte Tongariro Crossing durch bizarre Vulkanlandschaften machen wollte und schon in einem Hotel im Nationalpark war, lief ein Vulkan buchstäblich über und all das Geröll und Schlamm breitete sich auf der einzigen Straße aus dem Park heraus aus und ich saß mehrere Tage im Park fest. Neuseeland hat sicherlich unheimlich viel zu bieten, und gerade die mit Glühwürmchen gefüllten Waitomo-Caves fand ich unvergesslich schön, doch ein Land, in dem es im Herbst kälter ist als im deutschen Winter und das landschaftlich genauso aussieht wie Norwegen oder die Schweiz und trotzdem am anderen Ende der Welt liegt, war definitiv eine echte Enttäuschung für mich. Sorry New Zealand.

Was sind deine TOP 5 Gadgets/Equipment, ohne die du nie auf Reisen gehen würdest?

Das dürfte auf jeden Fall mein Sarong sein, der sich als Strandlaken ebenso eignet wie als TShirt oder Handtuch. Dann darf ein Taschenmesser nicht fehlen und meine Kamera. Die schleppe ich wirklich überall hin, da mir meine Fotos als schönstes Souvenir gelten. Seit neustem habe ich auch ein Smartphone und obwohl ich mich jahrelang dagegen gewehrt habe, kann ich heute nicht mehr ohne reisen. Jedes Hostel hat Wifi und ruckzuck kann ich mit meinen Lieben daheim chatten.

Hast du Tipps für allein reisende Frauen?

Sobald man seiner Familie eröffnet, alleine reisen zu wollen, schlagen alle Lieben daheim besorgt die Hände über dem Kopf zusammen und erzählen einem die furchtbarsten Geschichten, die sie von einem Freund einer Freundin gehört haben. Und obwohl ich sagen muss, dass man als Frau allein grundlegende Regeln beachten sollte, wie nicht alleine im Dunkeln spazieren zu gehen, wird man als alleinreisende Frau in den seltensten Fällen Probleme bekommen. Im Gegenteil oftmals bemühen sich Einheimische besonders, einem weiter zu helfen und sind äußerst besorgt. Also einfach auf euren gesunden Menschenverstand hören.

Du bist gerade in Brasilien unterwegs. Wie intensiv bereitest du dich auf einen solchen Trip vor?

Vielleicht macht das nicht gerade den idealen Reisenden aus, aber ich fange meistens erst im Flieger an, meinen Reiseführer zu lesen. Bis auf das Buchen meines Fluges lege ich mich nicht gerne fest und lasse mich gerne treiben. Gefällt es mir irgendwo bleibe ich länger und da würde ich mich schon sehr ärgern, wenn ich das nicht könnte wegen einem gebuchten Flug oder Hotel in der nächsten Stadt. Allerdings merke ich jedoch, dass ich, je älter ich werde, bequemer werde und nicht mehr in einer fremden Stadt orientierungslos herum fragen will, bis ich eine Unterkunft gefunden habe. Daher buche ich mir meist ein bis zwei Tage im Voraus ein nettes Hotel. Als grobes Ziel habe ich immer das Meer vor Augen. Am besten dort, wo es schön warm ist und es Wellen gibt, die ich surfen kann. Dann habe ich meine langen Traumziele im Kopf. Das wären in Brasilien zum Beispiel Rio de Janeiro und die Iguacu-Wasserfälle, wo ich gerade bin.

Anja unterwegs

Hast du abschließend noch einen Kommentar oder Tipp?

Lasst euch einfach treiben. Nehmt euren Mut zusammen und bucht die Reise, von der ihr so lange träumt! Das Timing wird nie perfekt sein, aber wenn nicht heute, wann dann?

Anja Knor von happybackpacker im InterviewVielen Dank an Anja von happybackpacker.de für das ausführliche Interview und die tollen Tipps. Hier könnt ihr auf Google+ folgen.

 

Thoringi Autorin GundelIch bedanke mich für das tolle Interview und die vielen Infos. Wenn ihr noch mehr lesen wollt, dann schaut mal auf vorbei oder folgt mir auf Twitter. Ihr habt auch einen Blog und möchtet euch hier vorstellen? Dann sagt Bescheid!

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