Hamburger Hurentour – sündige Geschichte

berühmt und berüchtigt: die Hamburger Herbertsstraße

Dass ich ein Fan von historischen Stadtführungen bin, dürfte aufmerksamen Lesern von Thoringi nicht verborgen geblieben sein. Selbstverständlich war mein Interesse also geweckt, als ich von der historischen Hurentour durch Hamburgs Rotlicht-Viertel gehört habe.

Anbieter solcher Touren gibt es zahlreiche, wir haben uns das Original der GD incentives GmbH entschieden – der Flyer war einfach am Ansprechendsten.  Die Touren finden ganzjährig jeden Donnerstag, Freitag und Samstag jeweils um 18:00 Uhr und um 20:00 Uhr statt, eine Führung dauert ungefähr 2 Stunden. Sicher ist das Erlebnis mit 29,95€ Ticketpreis pro Person nicht ganz günstig, aber wenn man schon mal in Hamburg ist, will man ja nicht geizig sein. Hinweis: die Teilnahme an der Hamburger Hurentour ist nur nach vorheriger Voranmeldung möglich. Treffpunkt ist die bekannte Polizei Station Davidwache auf der Reeperbahn. Hier wird der Besucher von einer in mittelalterlicher Schandtracht gekleideten „Hure“ empfangen.

Hurentour Hamburg

Die Hure „Jenny“ in historischer Tracht des Mittelalters. Diese Kleidung war allen Huren im Mittelalter vorgeschrieben. Die Farbe rot galt damals als sündige Farbe und kennzeichnete die „Leichten Mädchen“

Nachdem die Geschichte der Prostitution umrissen ist (wer hätte gedacht, dass das älteste Gewerbe der Welt schon im alten Babylon praktiziert wurde!?!) beginnt dir Führung in Richtung Herbertstraße. Sachlich aber humorvolle Anekdoten zeichnen ein Bild vom Alltag der „Mädchen“, wie sie hier liebevoll genannt werden. Einlass in die Herbertstraße wird uns selbstverständlich nicht gewährt, ist ja schließlich verboten. Dennoch erfahren wir eine Menge über die Hintergründe, die zu erwartenden Strafen bei Missachtung und über die Praktiken und Zustände hinter der Blickdichten Fassade der Herbertstraße.

Während der Tour lernen wir eine Menge an Sachen, die wir vielleicht lieber nicht gewusst hätten (nein, ich gebe das hier nicht wider) und erhalten zu guter Schluss Einblick in zwei Original Stiegen-Zimmer, dem „Arbeitsbereich“ der Hamburger Prostituierten. Mir persönlich hat die Tour gut gefallen. Aufgrund des Straßenlärms war die Führerin jedoch teilweise sehr schwer zu verstehen. Ansonsten gut durchdacht und gut organisiert. Für mich eine Empfehlung für den nächsten Hamburg Besuch.

Die Reeperbahn bei TageslichtImpressionen der ReeperbahnEinige Lokale auf der Reeperbahn

Die große Freiheit Hamburg

Hier ein Blick auf die große Freiheit in Hamburg. Der Name große Freiheit rührt übrigens nicht von der freien Lebensart her, sondern stammt von der freien Religionswahl der Region als diese von den Dänen regiert wurde. Aber passt auch zur heutigen Verwendung der großen Freiheit

 

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