Hamburg Dungeons – zum gruseln?

Hamburger Dungeons Gebäude von außen

Die Hamburger Dungeons sind viel beworben und zählen zu den Top Reise-Empfehlungen für einen Hamburg Besuch. Neugierig geworden, haben auch wir uns entschieden, das Grusel-Kabinett Hamburgs zu besuchen.

Als wir die enormen Schlangen vor der Kasse gesehen haben, waren wir extrem froh, dass wir unsere Tickets bereits hatten. Allein an der Kasse mussten die Besucher des Dungeons mindestens eine Stunde anstehen. Doch auch nach Kauf des Tickets war man noch nicht am Ziel, am eigentlichen Eingang befand sich ebenfalls eine große Besucher Schlange und auch hier musste man sich in Geduld üben.

Hamburg Dungeon nimmt Zeit in Anspruch

Also lohnt es sich, das Ticket online zu buchen. Doch auch hier ist Vorsicht gefragt. Auf der Webseite gibt es zahlreiche Optionen, so wird zum Beispiel das „Online-Spar-Ticket“ ab 13,50€ pro Erwachsenen angepriesen. Hier muss man sich auf einen Tag und ein Zeitfenster festlegen. Doch auch nach mehreren Versuchen, habe ich kein Ticket für den versprochenen Preis bekommen, das günstigste Ergebnis waren 19,50€ pro Person. Für ein Ticket mit flexiblen Eintrittstag muss der Besucher 22,50€ hinlegen. Doch auch mit diesen vorgebuchten Online Tickets ist Schlange stehen am Eingang angesagt, mindestens eine halbe Stunde muss man trotz Vorausbuchung einrechnen.

Für alle, die nicht warten wollen (und wer will das schon bei einer vollgepackten Städtereise?) gibt es das Überholspurticket. Mit diesem Fast-Lane Ticket spart man sich zwar das anstellen, doch kostet das Vergnügen stolze 28,-€ pro Person! Vor Ort kosten die Eintrittskarten zum Hamburger Dungeon 24€ pro Erwachsenen und 19€ pro Kind  – ein teures Vergnügen.

Doch lohnt es sich…?

…naja. Obwohl die ungefähr 10 Etappen des Dungeons sehr aufwändig gestaltet sind und sich auch die Schauspieler größte Mühe gegeben haben, habe ich mich nicht gegruselt. Gar nicht. Also eigentlich Ziel verfehlt.

Der Anfang der Tour nervt gewaltig. Obwohl wir es dank Überholspur Tickets vergleichsweise schnell ins Innere geschafft haben, war nach dem obligatorischem „wir machen hier ein peinliches Foto von euch, das könnt ihr später vollkommen überteuert kaufen“ wieder Warten angesagt. Die Besucher werden in Gruppen geteilt, wodurch es zu weiteren Verzögerungen kommt. Zwischen dem Einlass der einzelnen Gruppen vergehen circa 10 Minuten. Trotz der Teilung war mir die Gruppengröße von circa 30 Mann zu groß. In den engen (und stickigen) Räumen des Hamburger Dungeons war kaum genug Platz für alle Besucher.

Die Schauspieler der Hamburger Dungeons

Quelle: Pressematerial Hamburg Dungeons

Hat man es endlich geschafft eingelassen zu werden, beginnt eine Zeitreise in die dunkle Vergangenheit Hamburgs. So jedenfalls der Plan. Ich jedenfalls bin nicht so richtig in Stimmung gekommen. Jeweils ein Schauspieler besetzt einen Raum, welcher verschiedene „Horror-Szenen“ aus Hamburgs Geschichte darstellt. Die Räume sind wie gesagt aufwändig und abwechslungsreich gestaltet. Trotzdem wirkt das Ganze sehr aufgesetzt und reichlich vorhersehbar. Ich meine, wenn ich eine Tür im Dunkeln sehe, ist mir relativ klar, dass da gleich ein Schauspieler rausspringt um mich zu erschrecken… Passierte auch, hat aber wenig gebracht. Auch fand ich die Übergänge der einzelnen Geschichten sehr abgehackt. Schnell wird der Besucher vom großen Stadtbrand des Jahres 1842 zur Inquisition des 13. Jahrhunderts zur Pestwelle des 16. Jahrhunderts bis hin zu Störtebekers Hinrichtung im Jahre 1401 gelotst. Es ist also keinerlei chronischer Ablauf oder thematischer Bezug der einzelnen Geschichten erkennbar. Eher verwirrend als gruselig.

eher lahm: Boattour im Dungeon

Quelle: Pressematerial Hamburg Dungeons

Das „Highlight“ der Tour, eine Bootsfahrt, hat den Spannungsgrad eines Kinder-Karussells.

Insgesamt war ich vom Besuch im Hamburger Dungeon enttäuscht. Ich könnte mir vorstellen, dass Kinder mehr Spaß an der Sache haben. Wer jedoch vorhat, den Dungeon mit der ganzen Familie zu besuchen, sollte schon mal sparen. Das Preis-Leistungsverhältnis für diese 100 minütige Tour ist definitiv unpassend. Zumal die meisten Besucher länger Schlange gestanden haben, als der Besuch selbst dauert.

Also man kann es sich mal anschauen, muss aber nicht unbedingt. Ich denke Hamburg hat weitaus mehr zu bieten und man kann seine Zeit in der Hansestadt besser verbringen – und billiger.

der unnütze Knopf

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