Einsame Wandertour auf Madeira

unsere Wandertour auf Madeira

Dienstag 15.01.2013

Hallo, Ihr Lieben, nach 2 Tagen ohne Netz will ich mal lieber schnell schreiben, bevor es wieder weg ist. Haben uns am Samstag eine ganz einsame Tour ausgesucht. Haben zwar den Touri- Parkplatz an den 25 Fontänen in Rabacal angesteuert, sind dann aber direkt in eine einsame Forellenlevada rechts abgebogen. War auch ganz schön, bis wir Stimmen gehört haben. Normalerweise freut sich der einsame Insulaner, mal jemanden zu treffen, einen kurzen Gruss auszutauschen, aber 25 Turnschuhtouristen, die von rechts oben auf unsere Levada gestoßen sind und wahrscheinlich aus einem Bus gestoßen gegen ihren Willen gestoßen wurden, waren dann doch zu viel.

Wir konnten sie auch nicht überholen, dazu war es einfach zu eng. Also brav im Gänsemarsch bis zum 2 km entfernten Ziel und dann aber schnell einen Abstieg genommen. Eigentlich hatten wir gehofft, nach einer guten Stunde steilsten Abstiegs über viele Felsen an die 25 Fontänen zu kommen. Dem war aber nicht so: wir landeten an einem stillen Bergsee mit herrlichem Wasserfall und mussten den Weg zurück wieder nach oben steigen. Alles in allem eine Mördertour, danach haben wir uns mit einem Wochenendeinkauf im Pingo Doce belohnt. Zu Hause gab es dann Krautgulasch aus Spitzkohl und herrlichem Rindsgehackten, ein paar Gläschen Wein und viel Schlaf. Sonntag ist Ruhetag. Das heißt, die Waschmaschine wird angeworfen, im Haus das Eine oder Andere getan, gesonnt, im Pool geschwommen, gehäkelt, gelesen- eben faul wie jeder Deutsche am Sonntag.  Um 4 nachmittags wollten wir einen im Reiseführer beschriebenen Weg an den Klippen zwischen Jardim do Mar und Paul do Mar ausprobieren. Der Engländer, der den Führer geschrieben hat, sitzt jeden Abend bei uns in Joe`s Bar. Ich weiß nicht, was er geraucht hatte, als er diesen Weg empfahl- er hat jedenfalls nicht funktioniert und wir sind nach 1 Stunde umgekehrt und waren froh, dass noch alle Knochen heil waren. Nun aber schnell ins Auto und nach Paul do Mar gefahren, denn im letzten Jahr gab es die gute Tradition des Frische- Brötchen- Autos um 6 unterm Gummibaum im Ortszentrum- und siehe da, es hat sich erhalten. Man sitzt unter besagtem Baum bei einem Gläschen Rotwein, ringsum spielen zahnlose Herren jenseits der 70 Karten, hin und wieder kommt ein Tellerchen saure dicke Bohnen als Snack und alle Hunde des Ortes umkreisen einen. Pünktlich 18 Uhr hupt das Bäckerauto und alle strömen dahin nach frischen Semmeln. Wir auch, denn wir hatten unseren Belag mitgebracht- frischen Kochschinken, Käse und Salami. 3 Brötchen kosten 50 cent und wir haben noch lange gerätselt, wie sich dieser Preis bei 3 Stück zusammensetzt ???? Aber egal- lecker. Es gibt unter diesem Baum einen Hund- weiß, hellrosa Nase und wasserblaue Augen. Wie ein Albino- er wirkt so hilflos dadurch…

Heute morgen beim Joggen 6 Surfer getroffen, die sich gerade in die wilde See stürzen wollten, aber zuvor erstmal einen Joint geraucht haben- herrlich unkonventionelle Sportart. Heute sind wir eine bekannte Tour hier im Süden gelaufen und waren froh, dass es an einem bestimmten Garten immer noch ein Körbchen mit gerade gepflückten Mandarinen und einer kleinen Geldschale gibt. Natürlich haben wir 2 gekauft für 20 cent, aber sie waren genau wie im letzten Jahr sauer und hatten viele Kerne. Und trotzdem- es gehört dazu und die alte Dame freut sich sicher. Beim Abfahren der Küstenstraße Richtung westlicher Leuchtturm fahren wir immer durch einen kleinen schönen Ort mit einem verlassenen alten Herrenhaus. Davor stand jahrhundertelang ein alter ausgehöhlter Baum, in dem die Alten des Dorfen Kerzen vor einer Madonna nagezündet haben. Diese Jahr lag der Riese ausgebrannt daneben- wir haben erst getippt- durch Kerzen entzündet. Ein alter Mann, der uns von seiner Terasse aus schon lange beobachtet hat, erzählte uns, dass es von den Waldverbrennungen im Oktober ein großes Feuer gegeben hat, das übergesprungen ist und diesen Riesen zum Einsturz gebracht hat. Die Feuerwehr musste kommen… Ich habe Uwe ertappt, dass er in den verkohlten Trümmern lange nach der kleinen Madonna gesucht hat.

 

Nun müssen wir schön putzen und machen, denn morgen kommen unsere Kinder. Sicher sind sie schon ganz aufgeregt und wir freuen uns darauf, Ihnen „unsere“ Insel zu zeigen. Bis bald. Uwe und Sylke

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