Ein Tag in der Horizontalen

Wandern um Jena in den Kernbergen

Länge 14 Kilometer, nach Wunsch Länge variabel durch unterschiedliche Einstiegsmöglichkeiten
Ausgangspunkt Teufelslöcher in den Jenaer Kernbergen. Fürs Navi: Wöllnitzer Straße, hier stehen auch kostenlose Parkplätze zur Verfügung.
Schwierigkeit Mittel: Der Aufstieg am Anfang ist durchaus lang und anstrengend, ansonsten verlaufen die Wege weitestgehend eben. Allerdings führen die Wanderwege teilweise an steilen Abgründen vorbei, sodass man trittsicher sein sollte. Für Kinder nur bedingt geeingnet.
Verpflegung Unterwegs gibt es zahlreiche schöne Rastplätze und Aussichtspunkte, an denen man selbst mitgebrachtes verzehren kann. Am Fürstenbrunnen könnt ihr eure Flaschen mit klarem Quellwasser auffüllen. Außerdem liegt die Gaststätte Fuchsturm auf dem Weg. Für die Verpflegung ist also gesorgt.
Ausrüstung Ich empfehle Wanderschuhe, da der Weg teilweise etwas steinig ist. An heißen Tagen ist eine Kopfbedeckung ratsam, da wir an manchen Stellen in der prallen Sonne unterwegs sind. Ansonsten ist keine besondere Ausrüstung zu beachten.

Einen Tag in der Horizontalen zu verbringen klingt eigentlich sehr gemütlich. Wenn man mit der Horizontalen allerdings den Wanderweg entlang der Kernberge bei Jena meint, dann beginnt so ein Tag mit einem anstrengenden Aufstieg.

Der Panorama-Weg Saale Horizontale führt Wanderer insgesamt 71 Kilometer entlang der Hänge beidseits der Saale zwischen Jena und Dornburg.

Ausgangspunkt für diese kleine 14 Kilometer Wanderung sind die Teufelslöcher in Jena. In der Wöllnitzer Straße findet man super kostenfreie Parkplätze direkt am Einstieg. Entlang eines schmalen Weges beginnen wir von hier stetig bergauf, wobei wir zunächst noch an Häusern entlang laufen, welche aber schnell dem Wald weichen. Der Aufstieg dauert circa eine Viertelstunde, er ist also nicht lang aber durchaus steil. Perfekt zum Aufwärmen sozusagen.

Sobald sich das Gelände abflacht kommen wir an eine Gabelung, hier folgen wir den roten Markierungen und begeben uns auf den mittleren der drei Horizontale Wege, der Saale-Horizontale.

Erster Aussichtspunkt in der mittleren Saale Horizontale

Nun befinden wir uns auf einem sehr angenehmen Panaorama-Wanderweg. Ab jetzt muss man sich kaum noch mit Höhenunterschieden rumschlagen, sehr eben geht man am steilen Abgrund entlang und kann die Aussicht auf Jena und die zahlreichen Täler im Umlang genießen.

Auf unserem Weg liegen neben zahlreichen Aussichtspunkten auch gleich mehrere bemerkenswerte Plätze:

Die Studentenrutsche

Eigentlich ein Bruch in den Kalkschichten, entstand an dieser Stelle eine circa zwei Meter breite Erosionsrinne. Der Erzählung nach wurde diese steile Stelle früher von Studenten als Mutprobe genutzt, wobei es angeblich zahlreiche Todesfälle zu beklagen gab.

Die Diebeskrippe

Noch aktiver Bergrutsch auf Wanderung

Die Diebeskrippe ist ein aktiver Bergrutsch. Klingt komisch ist aber so. Der Bergrutsch hat zwar bereits eine malerische Schlucht geschaffen, ist jedoch noch nicht abgeschlossen, sodass sich das Areal stetig verändert. An einer Tafel werden die messbaren Veränderungen regelmäßig festgehalten, sie sind minimalst. Erzählungen zufolge sollen Diebe und Kriminelle die moosüberwucherten Felsspalten als Versteck genutzt haben.

Fürstenbrunnen

Idealer Rastplatz ist der schattig gelegene Fürstenbrunnen, so bezeichnet man die Quelle des Pennickenbachs. Hier kann man wunderbar die Wasserflaschen auffüllen, das Wasser hier ist sehr rein aber kalkhaltig. Außerdem stehen mehrere Tische und Bänke für Selbstversorger zur Verfügung. Das Areal steht unter Naturschutz.

Vom Fürstenbrunnen in Richtung Fuchsturm beginnt erneut ein steiler Aufstieg durch den schönen Buchenwald, der aber wiederrum nur wenige Hundert Meter lang ist. Nach dieser kurzen Mühe kommen wir an eine große Lichtung mit öffentlichem Grillplatz und einladenden Bänken – perfekt für eine kurze Pause. Der restliche Weg zum Fuchsturm ist nur noch 2,5 Kilometer lang und verläuft auf breiten Forststraßen sehr eben. Also ein leichtes Auswandern.

Der Fuchsturm gehört zu Jenas Sieben Wundern und ist ein alter Turm in den Hausbergen. Hier gibt es einen tollen großen Biergarten, in dem ihr die Sonne genießen könnt. Die Speisekarte ist nicht allzu umfangreich, aber hier findet bestimmt jeder etwas. Qualität, Service, Preis-Leistung: alles bekommt einen Daumen hoch, und das Bier ist auch kalt.

Ab dem Fuchsturm beginnt ein langer Abstieg, der aber nicht sehr steil ist. Nach einiger Zeit erreichen wir wieder bewohntes Gebiet und laufen durch Jena zurück zum Ausgangspunkt.

Insgesamt haben wir sehr gebummelt und für diese 14 Kilometer 4 Stunden gebraucht.

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