Die Drei Seen Wanderung in den Hoch-Vogesen

Kurzprofil der Wanderung
Ausgangspunkt: Parkplatz an der Bergstation des Lac Blanc Bike Parks, Parkplatz kostenlos
Länge: 10 Kilometer
Höhenmeter: 533
Laufzeit: 4:00 Stunden
Schwierigkeitsgrad: schwer
Empfohlene Ausrüstung: Knöchelhohe Wanderschuhe, Windbreaker Jacke, Körpernahe Funktionswäsche, Regenjacke, dicke Wanderhose

Lac Blanc Vogesen Wanderung

Wenn man schon Urlaub im wunderschönen Elsass macht, darf natürlich eine ausgiebige Wanderung in den nahegelegenen Vogesen nicht fehlen. Ursprünglich sollte die Anfahrtszeit von Colmar aus circa 40 Minuten betragen, leider waren wir da jedoch falsch informiert. Da wir zuerst die Talstation des Lifts am Lac Blanc Bike Park angefahren haben, begann unsere Tour mit einiger Verwirrung. Richtiger Ausgangspunkt für die hier beschriebene Wanderung ist der Bergstation des Lac Blanc Bike Parks. Hier finden sich mehrere Parkplätze, wobei wir uns direkt für den ersten Parkplatz direkt an der Bergstation entschieden haben. Da es sich bei der Tour um einen Rundwanderweg handelt, ist es letztlich egal, aber am Parkplatz an der Bergstation gibt es ein hervorragendes Cafe mit herrlichen Tarts zur Belohnung nach der Wanderung.
Zunächst solltet ihr beachten, dass es hier oben vergleichsweise kalt ist. Auch wenn in Colmar noch sonnige 25 Grad geherrscht haben, so ist es in den Vogesen bei 12 Grad sehr kühl. Also bitte nehmt euch ausreichend wärmende Kleidungsschichten mit.

Karte der Wanderung
Die erste kurze Wegstrecke führt uns an der Straße hinunter zum Parkplatz des ersten Eiszeit-Sees, dem Lac Blanc. Der Lac Blanc ist der größte der drei Seen und liegt auf 1052 Höhenmetern. Der klare blaue Bergsee wird malerisch von Fels-Formationen und dichten Bäumen gesäumt. Zunächst folgen wir der gelben Balken Markierung um den hohen Reiseberg herum auf dem Weg zum nahegelegenen Lac Noir, welchen wir nach ungefähr 4 Kilometern auf einfachen und breiten Wegen erreichen. Dieser kleinere See liegt unterhalb der Lac Blanc auf ungefähr 950 Höhenmetern. Die beiden Seen bilden zusammen ein Pumpspeicherkraftwerk. Die anfängliche Strecke geht gemütlich und nicht sehr steil bergab, wobei man bei dem unebenen und steinigen Untergrund dringend aufpassen muss um nicht zu stürzen.

Refugee am Lac Noir ausgeschildert

Am Lac Noir befindet sich eine Einkehrmöglichkeit, welche jedoch nicht sehr gemütlich aussah, auf der Strecke befinden sich jedoch keine weiteren Einkehrmöglichkeiten. Von diesem See aus geht es fortan bergauf, eigentlich bis zum Lac des Truites. Der Lac des Truites ist der dritte See, welcher eigentlich auf dieser Wanderung bewundert werden kann. Jedoch ist die Beschilderung der Wegmarkierung sehr schlecht, weswegen wir die „Drei Seen Tour“ kurzerhand zu einer (weitaus anstrengenderen) „Zwei Seen Wanderung“ abgeändert haben. Wie gesagt führt ein steiler Pfad vom Lac Noir ungefähr 1,5 Kilometer steil bergauf. Nach einem Kilometer findet sich am linken Wegrand eine kleine Lichtung, welche sich hervorragend für ein Picknick eignet, Bänke sind allerdings nicht vorhanden. Nach den besagten 1,5 Kilometern haben wir bereits 200 Höhenmeter bewältigt. Nun kreuzt sich der Pfad mit einem breiten befahrbaren (aber nicht asphaltierten) Weg. Hier kann man keine Beschilderung erkennen.

Wer wirklich die Drei Seen Wanderung machen möchte, sollte diesem Weg nach rechts zum Lac des Truites folgen. Natürlich hat uns diese Information gefehlt, also sind wir dem schmalen Pfad gerade aus weiter bergauf gefolgt. Dieser Pfad steigt weitere 2,5 Kilometer steil bergauf, sodass wir schließlich relativ erschöpft auf 1250 Metern Höhe ankommen. Hier gehen 4 Wege ab, wir gehen den Pfad weiter geradeaus. Nach wenigen Metern erreichen wir den Gazon du Faing, eine auf 1300 Metern Höhe liegenden Hochfläche und befinden uns nun wieder auf der Planmäßigen Route der Drei Seen Wanderung, nur haben wir halt einen See verpasst, was solls. Die wunderschöne Hochebene erinnert mich stark an die schottische Vegetation. Mit weitläufigen Weiden und einer artenreichen Pflanzenwelt ist dieses Naturschutzgebiet sehr beeindruckend. Ab nun verläuft der Weg auch eben und gemütlich, was nach dem steilen Anstieg eine Wohltat ist. Allerdings ist es auf dem Hochplateau sehr windig, weswegen ein Windbreaker als Oberbekleidung dringend zu empfehlen ist.

Steiler Pfad auf Wanderung
Nach nu einem Kilometer auf dem Hochplateau muss man sich für einen Weg entscheiden, wir gehen NICHT zur „Schlucht“, sondern weiter geradeaus Richtung Norden.
Gemächlich senkt sich die Route nun ab, wobei man den Ausblick von der Kammlinien auf die Vogesengipfel genießen kann. Dieser angenehme leichte Hochweg setzt sich einige Kilometer fort und wir nur teilweise von Büschen und Steinen verengt. Nach ungefähr 2 Kilometern befindet sich auf der rechten Seite ein herrlicher Aussichtspunkt. Von hier können wir den Blick auf den Lac Blanc genießen. Von dieser Stelle führt ein Pfad zu einer Marienstatue oberhalb des Sees, dieser Pfad ist jedoch recht beschwerlich und da es stark nach Regen aussah, haben wir die Statue weg gelassen. Stattdessen folgen wir unserem Weg bis wir zu mehreren Schleppliften kommen. Hier können wir unseren Parkplatz bereits sehen und so folgen wir dem mittleren Schlepplift hinunter zum Ausgangspunkt der Wanderung. Wie versprochen befindet sich hier ein tolles Cafe und die reichhaltige Heidelbeer-Tart haben wir uns wirklich verdient.

Mit nur knapp 10 Kilometern ist diese Wanderung wirklich kurz. Aufgrund der sehr langen und steilen Aufstiege über unwegsame Pfade benötigt ihr allerdings sehr gute Kondition und auch gute Ausrüstung. Da euch beim Aufstieg sicher der Schweiß ausbricht und ihr nach dem Aufstieg auf einem windigen Hochplateau landet, empfehle ich schnelltrocknende körpernahe Funktionswäsche als unterste Bekleidungsschicht. Auch ein langarmiger Midlayer darf nicht fehlen. Als oberste Schicht habe ich eine Windbreaker Weste getragen, aber sicherlich tut es auch eine Windjacke. Achtet auf jeden Fall auf gutes Schuhwerk, nach Möglichkeit bis über den Knöchel. Da die Wege sehr steinig und teilweise sehr steil sind, besteht Verletzungsgefahr. Kleidet euch in mehreren Schichten. Auch wenn es in Colmar noch weit über 25 Grad hatte, haben wir in den Vogesen bei 12 Grad zunächst gefroren. Eine dicke Wanderhose ist also empfehlenswert.

Funktionsausrüstung für diese Wanderung empfohlen

Fazit: Diese Tour durchläuft einige Höhenmeter und ist entsprechend anstrengend. Sehr schön sind die herrlichen Ausblicke auf die blauen Bergseen und die umliegenden Gipfel der Vogesen. Ich persönlich bevorzuge breite Wanderwege, da ich mich dann mehr auf die Umgebung als auf den Weg konzentrieren kann. Also ich habe schon schönere Wanderungen gemacht, aber auch diese Tour hat durchaus Spaß gemacht. Auf der Strecke gibt es keine Tische und Bänke für eine Rast oder ein Picknick, solltet ihr also eine geeignete Stelle finden, so zögert nicht lang, es wird keine weitere kommen.

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