Als Frau allein durch Thailand reisen – erste Eindrücke

Ich gebe zu, vor dem Alleinreisen hatte ich gewaltigen Respekt, manchmal sogar eine Heidenangst (hier lest ihr von meinen Bedenkten) Immerhin bin ich nicht gern einsam – wer ist das schon? – und verfüge über null Orientierungssinn. Also nicht die besten Voraussetzungen für einen Solotrip durch Südostasien.

Nachdem ich mit einiger Verspätung in Bangkok gelandet bin, wollte ich die hektische Stadt schnellstmöglich verlassen.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Bangkok nach Ayutthaya

Als Ziel habe ich mir die knapp 80 Kilometer von Bangkok entfernte Stadt Ayutthaya ausgesucht. Angekommen am Internationalen Flughafen befindet sich eine Touristeninformation in der Ankunftshalle. Hier erhielt ich einen Stadtplan von Bangkok und einfache und deutliche Anweisungen:

Um nach Ayutthaya zu gelangen, einfach die Blaue City Line vom Flughafen (fährt im 2. UG ab) bis nach Payat Thai nehmen. Hier in den Skytrain umsteigen und eine Station bis nach Victory Monument fahren. Insgesamt hat diese Strecke ca. 35 Minuten gedauert und mich zusammen 60 BHT gekostet, also 1,50 €

Angekommen an der Station Victory Monument musste ich ein bisschen Suchen. Man geht einfach runter auf die Straße und läuft Richtung Kreisverkehr, hier gehen zahlreiche Minivans mit verschiedenen Zielen ab. Auch ein Van nach Ayutthaya, für 120 BHT (3,- Euro) wurde ich binnen 40 Minuten gemütlich zum Ziel gefahren. Und das klimatisiert – Gold wert bei 33 Grad Außentemperatur im Januar!

Unterkünfte in Ayutthaya

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Da ich meinen Trip ja eigentlich in Kambodscha beginnen wollte, hatte ich für Thailand nichts vorgebucht. Also habe ich mich spontan einem Schweizer Paar angeschlossen, die von der Busstation Ayutthaya ein Tuk Tuk in die Stadt zu ihrem Hostel genommen haben. Das Good Morning Hostel ist sehr schön eingerichtet und liegt recht zentral. Das hat seinen Preis: stolze 590 BHT kostete mich eine Nacht im Doppelzimmer mit eigenem Bad, umgerechnet rund 15 Euro.

Eigentlich war ich sehr happy mit meiner zufälligen Wahl, aber mitten in der Nacht haben die zahlreichen Straßenhunde der Gegend angefangen zu bellen und ab 6 Uhr lärmte der Presslufthammer vor der Tür. Nix wie weg!

Also bin ich umgezogen, ins One Love Hostel nur wenige Gehminuten entfernt. Dieses habe ich durch eine Kanadierin gefunden, der ich unterwegs begegnet bin. Das Einzelzimmer ohne Bad war sehr schlicht, keine Möbel, kein Fenster, keine Klimaanlage. Dafür kostete diese Luxusherberge auch nur halb so viel wie meine vorherige Bleibe. Trotzdem, in Zukunft geht ohne Klimaanlage gar nix! Ich habe selten so geschwitzt, schlafen kam da gar nicht in Frage.

Mit dem Bus von Ayutthaya nach Sukhothai

Busticket nach Sukhothai

Nach zwei Tagen hatte ich mich an Ayutthayas Ruinen satt gesehen und wollte weiter reisen in das 350 Kilometer nördlich gelegene Sukhothai. Also habe ich mich in der Touristeninformation in Ayutthaya schlau gemacht (gelegen nordwestlich vom Tempelpark). Hier erhielt ich sehr nette Auskunft, doch schon bald stellte sich raus, dass diese schlicht veraltet war. Die beschriebene Bushaltestelle, von der der Überlandbus binnen 6 Stunden für 350 BHT nach Sukhothai fahren sollte, existierte nicht mehr. Nach langem hin und her rennen und erfolgloser Fragerei (Hier spricht kaum jemand Englisch) habe ich es aufgegeben und schweren Herzens den überteuerten Preis im Hostel bezahlt. Für 600 BHT kann man in fast jedem Hostel sein Zugticket buchen, im Preis war zum Glück auch der Transport zur Bushaltestelle enthalten. Als ich 06:30 Uhr morgend abgeholt wurde, stellte ich bald fest, dass die neue Haltestelle weit außerhalb liegt und auf den ersten Blick so gar nicht als Busbahnhof erkennbar ist. Das muss man schon kennen, oder eben die horrenden Touripreise im Hostel bezahlen. Nach einer Stunde Wartezeit trudelte dann auch der Doppeldeckerbus ein, der uns binnen 6 Stunden ans Ziel bringen sollte. Ich war positiv überrascht: für die 600 BHT bekam ich einen VIP Sitz: mit extremer Beinfreiheit, komplett Verstellbar und das in einem klimatisierten Bus. Verpflegung ist auch im Preis enthalten, man bekommt Wasser und Snacks im Bus. Allerdings sollte man sich dringend warme Sachen für die Fahrt einpacken. Auch wenn es draußen brütend heiß ist, habe ich mit Pullover, Weste, Decke und Tuch gefroren: so kalt war die Klimaanlage eingestellt. Da die Landschaft eher karg und eintönig in dieser Region ist, habe ich fast die gesamte Strecke verschlafen, eine angenehme Art zu reisen.

Überlandbus nach Sukhothai

Soweit zu meiner Überland-Reiseerfahrung als Frau allein in Thailand. Mein bisheriges Fazit fällt sehr positiv aus, nie habe ich mich unsicher oder bedroht gefühlt. Fast nie war ich allein, man lernt so schnell neue Menschen kennen. Mal schauen, was die nächsten Tage bringen.

An diesem Zeichen erkennte man Busbahnhöfe in Thailand

An diesem Zeichen erkennte man Busbahnhöfe in Thailand

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